IWH registriert 1.525 Unternehmensinsolvenzen im August: Risiko bleibt hoch

Im August 2025 gab es in Deutschland etwas weniger Firmenpleiten als im Juli – aber das Niveau bleibt deutlich höher als vor der Pandemie. Besonders bei größeren Firmen stehen viele Jobs auf dem Spiel, und neue Daten deuten auf dauerhafte Risiken hin.

heute 11:05 Uhr | 1 mal gelesen

Die jüngste Statistik des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) lässt aufhorchen: Im August wurden 1.525 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften verzeichnet. Zwar ist das ein Absinken gegenüber dem vorherigen Monat. Doch ein zaghafter Hoffnungsschimmer ist das nicht wirklich.

Rückgang? Ja, aber wenig Anlass zur Entwarnung

Mit zehn Prozent weniger Pleiten als im Juli könnte man einen vorsichtigen Optimismus verspüren. Blickt man jedoch aufs größere Bild, bleibt die Summe im Vergleich zum August 2024 um neun Prozent erhöht – und sogar satte 63 Prozent über dem Schnitt der Jahre 2016 bis 2019. Die Pandemie hat also eine Schneise geschlagen, deren Auswirkungen weiterhin sichtbar sind.

Jobs auf der Kippe: Beachtliche Dimensionen

Vor allem für Arbeitnehmer ist die Tendenz bitter. In den jeweils größten zehn Prozent der betroffenen Unternehmen sind im August über 16.000 Stellen involviert, das sind gut ein Fünftel mehr als noch im Juli. Beängstigend: Im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren hat sich die Anzahl der direkt betroffenen Jobs fast verdoppelt.

Kurze Pause oder Trendwende? Indikatoren mahnen zur Vorsicht

Zwar machen vorsichtige konjunkturelle Erholungssignale Hoffnung, doch laut IWH bleibt das Insolvenzgeschehen auf erschreckend hohem Niveau. Die Frühindikatoren zeigen bereits, dass in den nächsten Monaten keine durchgreifende Verbesserung zu erwarten ist. Die Entwicklung scheint eher ein Innehalten als ein echter Kurswechsel zu sein.

Schwierige Lage bleibt, besonders für größere Unternehmen

Unterm Strich steckt der Markt weiter im Krisenmodus. Die Insolvenzquote ist – abgesehen vom August-Rückgang – immer noch deutlich über den alten Vergleichswerten. Was unmittelbar spürbar ist: In größeren Unternehmen manifestieren sich Arbeitslose und wirtschaftliche Schäden am heftigsten, was wiederum ganze Regionen betreffen kann.

Woher kommt dieses hohe Insolvenzrisiko?

Der Grund liegt nicht nur bei den Folgen der Pandemie, sondern reicht tiefer: Energiepreise, geänderte Konsumgewohnheiten, schwindende staatliche Hilfen – all das trifft die Unternehmen unterschiedlich stark. Manche Branchen konnten sich etwas erholen, aber von Entwarnung kann keine Rede sein. Die Unsicherheit bleibt ein ständiger Begleiter.

Wirtschaftspolitik und der Blick nach vorn

Für viele Unternehmen bleibt es essenziell, widerstandsfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln, denn Schocks können jederzeit kommen – das zeigt diese Phase schmerzhaft. Besonders angespannte Branchen wie Gastronomie oder energieintensive Industriezweige werden weiter genauer hinsehen müssen. Wirtschaftspolitisch bleibt also die Aufgabe, Lösungen für Arbeitsmarkt und Unternehmen zu finden – und zwar zügig, bevor der Druck zu groß wird.

Im August 2025 wurde laut IWH ein Rückgang bei den Insolvenzen im Vergleich zum Juli beobachtet, doch das Niveau bleibt im längerfristigen Vergleich weiterhin sehr hoch. Besonders größere Unternehmen und deren Belegschaft sind betroffen, da über 16.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen – doppelt so viele wie vor der Pandemie. Frühindikatoren des IWH sprechen gegen schnellen Optimismus und warnen, dass mit weiteren hohen Zahlen zu rechnen ist, weil gestiegene Kosten, Schuldenabbau und unsichere Rahmenbedingungen weiter belasten.

Erweiterte Perspektive aus aktuellen Medien

Nach aktuellen Artikeln aus den letzten zwei Tagen (FAZ, Süddeutsche, Spiegel) verschärfen sich die Insolvenzen in Deutschland: Laut FAZ zeichnet sich ab, dass viele Firmen – unabhängig von der Größe – durch Lieferengpässe, hohe Zinsen und geopolitische Unsicherheiten wirtschaftlich in die Knie gezwungen werden und vor allem kleine und mittelständische Betriebe kaum auf Rücklagen bauen können. Die Süddeutsche berichtet, dass manche Branchen, zum Beispiel das Gastgewerbe und die Baubranche, nach dem starken Negativtrend der Pandemie zwar erste Erholungstendenzen zeigen, aber neue Herausforderungen wie hohe Energiekosten und zurückhaltenden Konsum die Situation weiter erschweren. Der Spiegel betont, dass die Zahl der Insolvenzen seit Jahresbeginn kontinuierlich gestiegen ist und Experten keine kurzfristige Verbesserung erwarten; insbesondere strukturell schwächere Regionen stehen vor enormen Herausforderungen und es wird ein Umdenken in der Politik zur Stärkung des deutschen Mittelstands angemahnt.

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