Nach dem Anschlag beim Berliner CSD: Forderungen nach besserer Abstimmung unter Behörden

Carsten Müller, der CDU-Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses, sieht nach dem Anschlag während des Berliner Christopher Street Day dringenden Handlungsbedarf: Insbesondere in der Kooperation der Behörden müsse nachgebessert werden.

27.07.26 13:55 Uhr | 34 mal gelesen

"Wir müssen ehrlich und ohne Tabus miteinander ins Gespräch kommen." Müller betont, dass es nicht bei Symbolpolitik bleiben dürfe – vielmehr brauche es jetzt eine spürbare Steigerung in puncto Abstimmung und Wissenstransfer zwischen allen relevanten Behörden, sei es auf Bundes-, Landes- oder Kommunalebene. Informationen sollten vor wichtigen Entscheidungen unkompliziert und schnell zur Verfügung stehen – das klingt erstmal selbstverständlich, klappt aber im Alltag oft nicht. Nach dem Angriff gelte es, die Schutzmechanismen unserer offenen Gesellschaft lückenlos zu überprüfen, ohne vorschnell Schuldzuweisungen zu machen. Welche Details und Schwachstellen konkret angegangen werden müssen? Das, meint Müller, hängt letztlich davon ab, was die Ermittlungen ans Tageslicht fördern. Und da bleibt erstmal abzuwarten, welche Fehleinschätzungen – möglicherweise auch auf struktureller Ebene – überhaupt vorlagen.

Der Vorsitzende des Rechtsausschusses, Carsten Müller, fordert nach dem Anschlag auf den Berliner CSD eine offenere und engere Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Behörden. Für ihn steht dabei im Zentrum, Sicherheitslücken zu identifizieren und diese durch ein verbessertes, gemeinsames Krisenmanagement zu schließen. Erst die laufenden Ermittlungen werden zeigen, an welchen Stellen konkret nachgesteuert werden muss – Müller mahnt dabei auch zur Selbstkritik seitens der Behörden und betont die Bedeutung eines offenen Austauschs zwischen den verschiedenen staatlichen Ebenen und Institutionen. Zusätzliches Recherche-Update: Nach ersten Berichten wurde die Sicherheitslage vieler Großveranstaltungen in Deutschland neu bewertet; mehrere Politiker (u.a. von Grünen, SPD und FDP) sehen einen akuten Handlungsbedarf zum besseren Schutz queerer Communitys, aber auch bei der Prävention von rechten Angriffen. Das Bundesinnenministerium prüft zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, darunter den Einsatz mobiler Einsatzteams und verstärke Videoüberwachung bei sensiblen Veranstaltungen. Parallel wächst die gesellschaftliche Debatte darüber, ob die Sicherheitsbehörden ausreichend für die neuen Bedrohungslagen sensibilisiert sind – und fordert zugleich, dass polizeiliche Maßnahmen nicht zu Lasten der Freiheit offener Begegnungen gehen.

Schlagwort aus diesem Artikel