Nord-Stream-Verdächtiger war offenbar für ukrainische Armee und Geheimdienst tätig

Der mutmaßliche Drahtzieher hinter den Nord-Stream-Explosionen in Hamburg soll nach Ermittlungen zum Tatzeitpunkt Teil der ukrainischen Streitkräfte sowie für den SBU, den Geheimdienst des Landes, gearbeitet haben.

21.07.26 17:03 Uhr | 4 mal gelesen

Es liest sich beinahe wie das Drehbuch eines Politthrillers – zumindest, wenn man sich die neuesten Erkenntnisse aus der Anklageschrift anschaut, über die der 'Stern' berichtet hat. Darin heißt es, der Verdächtige habe in einem von italienischen Behörden abgehörten Telefonat gegenüber seiner Frau erklärt, dass er zur Zeit des Anschlags auf die Ostsee-Pipelines für die ukrainischen Streitkräfte und womöglich auch für den SBU tätig gewesen sei. Die Ermittler führen mehrere Indizien für eine ukrainische Verwicklung an. Die Beweislage ist allerdings noch nicht eindeutig – das Verfahren steht sozusagen auf wackeligen Füßen. Immerhin ist dies das erste Mal, dass die deutsche Justiz überhaupt Anklage im Zusammenhang mit diesem Fall erhebt. Besonders pikant: Laut den abgehörten Gesprächen fühlt sich der Angeklagte von seinem eigenen Land – und selbst vom Präsidenten – im Stich gelassen. Interessanterweise wünschte er sich, Kontakt zu seinem 'Kommandeur', mutmaßlich ein leitender Verbindungsmann beim ukrainischen Geheimdienst. Währenddessen hält Präsident Selenskyj unbeirrt daran fest, dass die Ukraine mit den Sabotageakten nichts zu tun habe. Es bleibt – wie so oft – eine Geschichte mit vielen Schatten und wenigen klaren Linien.

Im Zuge des Ermittlungsverfahrens um die Sprengungen an den Nord-Stream-Pipelines verdichten sich die Hinweise, dass der Hauptverdächtige aktive Verbindungen zum ukrainischen Militär und Geheimdienst hatte. Die Strafverfolgungsbehörden stützen sich dabei auf abgehörte Telefonate, in denen der Mann sowohl seinen Dienst beim SBU als auch seinen Frust über mangelnde Unterstützung aus der Ukraine äußert – doch endgültige Beweise für eine staatlich koordinierte Sabotage liegen nicht vor. International ist das Echo geteilt: Während große Teile der westlichen und ukrainischen Öffentlichkeit jegliche Beteiligung abstreiten, fordern russische Vertreter weiterhin Transparenz und Konsequenzen. Interessant ist zudem, dass Recherchen internationaler Medien die Ermittlungen unter die Lupe nehmen, dabei aber bislang keine endgültige Klarheit schaffen konnten. Ausführliche Hintergrundberichte und kritische Analysen wechseln sich ab; das Thema bleibt brisant und ungeklärt. Insgesamt herrscht also weiterhin eine Gemengelage aus politischen Interessen, Indizien und offenen Fragen.

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