Leihmutterschaft in Deutschland: Ethikrat intern zerstritten

Uneinigkeit im Deutschen Ethikrat: Während Vorsitzender Helmut Frister eine vorsichtige Öffnung der altruistischen Leihmutterschaft erwägt, sprechen sich andere Mitglieder vehement dagegen aus.

heute 17:36 Uhr | 5 mal gelesen

Die Debatte um die Legalisierung der Leihmutterschaft reißt im Deutschen Ethikrat nicht ab. Wie die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' berichtet, stellen sich die Ethikrat-Mitglieder Jochen Sautermeister und Gregor Thüsing entschlossen gegen Lockerungen, selbst wenn sie nur altruistische Motive betreffen. Sautermeister betont, dass auch bei scheinbar selbstlosen Leihmutterschaften die Gefahren für Frauen und Kinder hoch bleiben – Würde und Schutz müssten eindeutig Vorrang haben. Thüsing verweist außerdem auf das Beispiel Italien: Dort wurde inzwischen sogar verboten, Leihmutterschaft im Ausland zu nutzen, um Schlupflöcher zu schließen. Die Gegenposition vertritt der Vorsitzende Frister. Er zeigt sich im Deutschlandfunk zögerlich offen gegenüber einer eng regulierten altruistischen Leihmutterschaft, gibt aber selbst zu, dass der Schutz schwer wirksam umzusetzen ist. Meinungsverschiedenheiten dieser Art sind im Ethikrat trotz der heiklen Thematik nicht ungewöhnlich – wirklich befriedigend scheint im Moment keine Lösung.

Das Thema Leihmutterschaft bleibt in Deutschland weiterhin ein politisch und ethisch zerrissenes Feld, das selbst die Expertinnen und Experten spaltet. Die Argumente der Gegner reichen von potenzieller Ausbeutung und psychischem Druck bis hin zu schwer kontrollierbaren Risiken – insbesondere für die beteiligten Frauen, aber auch für die Interessen des Kindes. Gleichzeitig zeigen internationale Vergleiche wie das italienische Beispiel, dass auch ein rigoroses Verbot seine Tücken hat und der gesellschaftliche Druck, Regelungen zu finden, weiterhin wächst. In Deutschland steht eine grundlegende gesetzliche Änderung nicht unmittelbar an, aber an manchen Stellen, etwa in der FDP oder innerhalb frauen- und familienpolitischer Debatten, mehren sich Stimmen, die zumindest eine offene Prüfung des altruistischen Modells fordern – gerade angesichts der steigenden Zahl an Auslands-Leihmutterschaften. Auch internationale Entwicklungen sowie Veränderungen in gesellschaftlichen Werthaltungen dürften langfristig einen Wandel der Debatte anstoßen.

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