Rehlinger will Menschen, die auf bestimmte Rentenregeln vertraut und entsprechend geplant haben, nicht enttäuschen. Jahrzehntelange Arbeit verdient Anerkennung – und die spiegelt sich für sie nicht nur in warmen Worten, sondern auch in einer auskömmlichen, verdienten Rente wider. Die Empfehlung der Rentenkommission, die abschlagsfreie Altersrente für langjährig Versicherte abzuschaffen, stößt bei Politikerinnen und Politikern verschiedener Farben besonders in Ost- und Westdeutschland auf Ablehnung. Mit Rehlinger schwenkt nun auch ein prominenter westdeutscher Name auf Linie der ostdeutschen Ministerpräsidenten ein.
„Rente sollte kein gesundheitliches Glücksspiel sein“, betont sie. Am Rentenpaket müssten gezielt Korrekturen möglich sein, ohne das komplette System ins Wanken zu bringen, findet sie. Ein Kompromiss schwebt ihr vor: Im Gegenzug zu einer Veränderung der Minijob-Regelung – eine Möglichkeit, CSU-Chef Söder entgegenzukommen – könnte man gemeinsam für eine beitragsorientierte Rentenregelung einstehen, die nicht ausschließlich am Lebensalter hängt.
Auch aus Berlin kommen Forderungen, die abschlagsfreie Rente nach 45 Arbeitsjahren zu erhalten. "Alles andere ist schlicht unfair", sagt SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach. In den Ostländern hatten sich zuvor CDU-Ministerpräsidenten ebenso wie SPD-Vertreter kritisch zu Wort gemeldet. Die Bezeichnung „Rente mit 63“ ist dabei nicht mehr ganz aktuell; momentan liegt die Grenze, bei ausreichend Versicherungszeit, eher bei 64,5 Jahren.
Interessant am Rande: In Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stehen Wahlen an. Krach versucht, in stürmischen Umfragen das SPD-Schiff auf Kurs zu halten – trotz aktueller Plätze weit hinten im Feld.
Doch nicht alle Landesregierungen sehen Handlungsbedarf: Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, mahnt zum schnellen Umsetzen des Rentenpakets und warnt vor weiteren Debatten – die Zeit des Zauderns müsse jetzt vorbei sein. Das System erinnere ihn an eine immer wieder verschobene Baustelle: Irgendwann fährt man damit gegen die Wand.
Interessanterweise, trotz der Herausforderungen durch den demografischen Wandel, ist die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in Deutschland in den letzten 20 Jahren um fast 10 Millionen gestiegen – ein Trend, der auch auf Arbeitskräftezuwanderung fußt.
Der Widerstand gegen das Ende der 'Rente mit 63' formiert sich quer durch die Bundesländer und Parteien. Während besonders SPD-Vertreter und ostdeutsche Landesregierungen die Abschaffung als respektlos gegenüber der Lebensleistung der älteren Erwerbstätigen kritisieren, verteidigen andere – etwa der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Günther – die Notwendigkeit harter Einschnitte angesichts der Herausforderungen des demografischen Wandels. Neue Recherchen zeigen, dass das Thema bundesweit hohe Wellen schlägt, denn die Rentenfrage ist ein Symbol für soziale Gerechtigkeit und Generationenvertrag – und brisanter Wahlkampfthema, gerade angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen.
Laut süddeutsche.de ist im Hinblick auf die Rentenreform vor allem das Thema Generationengerechtigkeit in den Vordergrund gerückt: Junge und alte Menschen fürchten um ihre Zukunft und streiten über die Balance zwischen Sicherheit und Belastung. Zeit.de stellt klar, dass Reformvorschläge wie Zuverdienstgrenzen, längere Beitragszahldauern und flexiblere Rentenmodelle aus allen Teilen des politischen Spektrums diskutiert werden. Mehrere Nachrichtenportale berichten, dass die jüngsten Vorschläge innerhalb der Koalition für erhebliche Unruhe sorgen; erwartet wird, dass das Thema im Bundestag kontrovers und möglicherweise über den Sommer hinaus verhandelt wird.