Sonntagmittag in Ghara al-Zawiya, einem Dorf, das eigentlich schon genug Leid erfahren hat – unter dem Schatten eines alten Baumes treffen sich Gemeindevorsteher, um zu verhandeln, Konflikte beizulegen, ihren Alltag irgendwie zu ordnen. Plötzlich zerreißen das Summen und donnernde Einschläge von Drohnen die fragile Ruhe. Laut der Organisation „Emergency Lawyers Group“, die solche Gewaltverbrechen dokumentiert, geschah der Angriff in einem Gebiet, das derzeit von den paramilitärischen RSF kontrolliert wird. Die sudanesische Armee? Kein Kommentar bisher. Das Pikante: Unter den Toten sind nicht nur einfache Dorfbewohner, sondern auch vier traditionelle Führer und zwei Kommandeure der RSF, berichteten Zeugen. Wie viele wurden verletzt? Dutzende, mindestens – genaue Zahlen fehlen, wie so oft in diesen Regionen. Darfur steht zwischen den blutigen Fronten zweier Lager, die seit drei Jahren einen gnadenlosen Bürgerkrieg führen. Hunderttausende sind tot oder geflüchtet, Dörfer verwüstet, Normalität ein Fremdwort. Laut Aussagen haben mindestens zwei Drohnen vier oder mehr Raketen abgefeuert, während Menschen auf klapprigen Holzstühlen Urteile erwarteten. Die „Emergency Lawyers Group“ fordert nun eine kompromisslose Aufklärung – Angriffe auf Gerichte und zivile Zusammenkünfte, das sei nicht weniger als ein Angriff auf das Völkerrecht selbst. Und, eine erschreckende Randbemerkung: Der Einsatz von Drohnen zur Bekämpfung ziviler Versammlungen nimmt zu, warnen sie. Nicht nur die Armee, auch die RSF steht seit Längerem im Verdacht, genau solche Methoden anzuwenden. Bereits im letzten Jahr, im belagerten al-Fasher, wurde die Miliz von UN-Ermittlern erstmals mit einem möglichen Völkermord in Verbindung gebracht – die RSF streitet das weiterhin bar jeder Empathie ab.
Ein Drohnenangriff auf ein traditionelles Gemeinschaftsgericht in Darfur kostete laut örtlichen Aktivisten mindestens 35 Menschen das Leben und verletzte zahlreiche weitere, darunter mehrere Stammesälteste und RSF-Kommandeure. Die Verantwortung legt sich erneut wie eine giftige Nebelwolke über Armee und Paramilitärs, beide mit langer Geschichte systematischer Gewalt gegen Zivilisten. Internationale Hilfsorganisationen warnen aktuell, dass der verstärkte Einsatz von Drohnen durch sudanesische Konfliktparteien das Risiko für die Bevölkerung dramatisch erhöht – ein Eindruck, den auch zahlreiche neue Berichte aus Geflüchtetencamps unterstreichen.