Schweitzer: Es ist Zeit für eine Frau als Bundespräsidentin

SPD-Vizechef Alexander Schweitzer betont, dass endlich eine Frau das höchste Amt im Staat übernehmen sollte – für ihn ein lange überfälliges Signal in Sachen Gleichberechtigung.

heute 05:02 Uhr | 3 mal gelesen

Alexander Schweitzer, der Vorsitzende der SPD in Rheinland-Pfalz, macht keinen Hehl daraus, dass er sich eine Frau an der Spitze unseres Staates wünscht. Laut Schweitzer steht die politische Mitte fast geschlossen hinter diesem Ziel, auch wenn ausgerechnet die Union nun plötzlich wieder zögert – so zumindest sein Vorwurf. 'Es irritiert mich sehr, dass jetzt vor allem aus CDU-Kreisen an der selbstverständlichen Idee einer Bundespräsidentin gerüttelt wird', so Schweitzer. Für ihn ist das mehr als nur Symbolik: 'Wir haben zweifellos genügend kompetente Frauen, die das Amt ausüben könnten', betont er – und widerspricht damit direkt allen, die allein auf Qualifikation pochen. Immerhin tobt im Hintergrund bereits das Gerücht, der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) werde als Kandidat auch deshalb gehandelt, weil er mit seiner Regierungserfahrung als Gegenpol zu drohenden Herausforderungen wie etwa Wahlerfolgen der AfD angesehen wird. All das macht deutlich: Es geht längst nicht nur um Namen – sondern um den Kurs, den das Land einschlägt. Und um die Frage, ob Gleichstellung wirklich in den höchsten Ämtern angekommen ist.

Schweitzers Forderung nach einer Präsidentin trifft eine gesellschaftliche Debatte, die weit über Personalfragen hinausgeht. Während CDU-Kreise lieber auf den erfahrenen Boris Rhein schielen, argumentieren Befürworterinnen einer Frau im Staatsoberhaupt-Modus, dass Sichtbarkeit und Gleichstellung untrennbar zusammengehören. Tatsächlich ist die Debatte über Repräsentation kein rein deutsches Phänomen: In Frankreich etwa wurde lange über weibliche Führung gestritten, während in Italien Giorgia Meloni zumindest als Regierungschefin vorangeht. Laut aktuellen Recherchen der taz verdichtet sich in Berlin der Konsens, dass eine Frau auf Schloss Bellevue mehr als nur Symbolik wäre, während die Süddeutsche einen Politikwissenschaftler zitiert, der warnt, dass die Ablehnung einer Kandidatin 'fatal für das Vertrauen in die Politik insgesamt' sein könnte. Zugleich berichten mehrere Medien, dass gerade die jüngeren Mitglieder der Parteien an der Gleichberechtigung im höchsten Amt festhalten.

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