Société Générale drängt auf stärkere europäische Banken-Vernetzung

Slawomir Krupa, Chef der Société Générale, hat die stockende Banken-Integration in Europa kritisiert und plädiert energisch für mehr grenzübergreifende Zusammenschlüsse. Er warnt, zu sehr am Althergebrachten festzuhalten.

30.06.26 11:56 Uhr | 30 mal gelesen

"Wir müssen endlich begreifen, dass die europäische Zusammenarbeit unsere einzige Chance ist." Mit diesen Worten, so schildert es Krupa gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bringt er die Situation auf den Punkt. National begrenzte, kleinteilige Bankenlandschaften seien aus seiner Sicht ein Auslaufmodell – viel zu verwundbar in einer globalisierten Wirtschaft. Übernahmen und Fusionen über Landesgrenzen hinweg sollten nicht länger von Politikern blockiert werden, mahnt Krupa, der seit 2025 auch an der Spitze des Europäischen Bankenverbandes steht. Für ihn steht fest: Nur durch weitreichende, tatsächliche Integration können europäische Finanzhäuser international bestehen; Wachstum, Profitabilität und Konkurrenzfähigkeit sind sonst auf Sand gebaut. Er blickt dabei durchaus auch selbstbewusst auf die von ihm angestoßene Transformation der Société Générale: Die Bank wurde profitabler, effizienter und verzeichnete ein kräftiges Plus beim Börsenwert seit seinem Amtsantritt. Trotzdem ärgert ihn die europäische Bankenaufsicht, die – so Krupa – mit einseitigen Regeln wirke wie eine Fußfessel. Es brauche eine echte „europäische FED“, eine Zentralbank, die bei Liquiditätsengpässen wirklich hilft.

Slawomir Krupa erkennt in der Vertiefung des europäischen Bankenmarktes einen entscheidenden Schritt zu mehr Stärke auf dem Weltmarkt. Aus seiner Sicht läuft Europa Gefahr, durch nationale Alleingänge ins Hintertreffen zu geraten – eine Meinung, die nicht nur unter Bankern, sondern auch in Politik und Wirtschaft immer lauter diskutiert wird. Recherchen zeigen: Gerade in einer Zeit, in der US-amerikanische und asiatische Institute massiv wachsen, wird Europas Fragmentierung zunehmend als Schwäche gesehen. Tatsächlich plädiert etwa Christian Sewing von der Deutschen Bank schon länger für einheitlichere Regeln, weniger bürokratische Hürden und faire Innovationsbedingungen. Zudem berichten verschiedene Wirtschaftsmedien aktuell über den Widerstand, den Regulierungsbehörden und nationale Politiker weiterhin bei Fusionen aufbauen – sei es aus Angst um Arbeitsplätze oder Einflussverlust. Die Debatte gewinnt an Fahrt, da gleichzeitig neue Krisenlagen wie die verstärkte Bankenaufsicht nach der Credit Suisse-Panne oder die Unsicherheit rund um Zinsentscheidungen der EZB das Umfeld verschärfen und den Handlungsdruck erhöhen.

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