SAP-Chef Klein reißt Produktentwicklung an sich – Konzern stellt sich neu auf

Großer Umbau bei SAP: Firmenchef Christian Klein nimmt zentrale Technologien selbst in die Hand.

30.06.26 11:56 Uhr | 6 mal gelesen

Laut Berichten des 'Handelsblatts' übernimmt SAP-CEO Christian Klein künftig die Kernbereiche der Produktentwicklung – da sprechen wir immerhin von mehreren tausend Beschäftigten. Der betroffene Bereich verantwortet die Entwicklung der Business Suite, also der Schaltzentrale der wichtigsten SAP-Programme für Unternehmen. Ebenso fällt nun eine Plattform für Transaktionen – wo etwa Einkäufe oder Dienstreisen abgewickelt werden – direkt in Kleins Zuständigkeit. Manoj Swaminathan wird operativ am Ruder sitzen und Kleins Ansprechpartner in diesen Schlüsselbereichen sein. Bemerkenswert: SAP hält sich zu diesen Verschiebungen öffentlich bedeckt, der Konzern äußert sich auf Nachfrage nicht weiter. Muhammed Alam, bislang Chefentwickler, gibt diese Aufgaben ab. Nur die Sparte für das 'Product Experience' bleibt noch bei Alam – mit deutlich verkleinertem Team. Dessen Vertrag läuft im März 2027 aus, schon jetzt ist klar: Danach ist Schluss für ihn. Eine Nachfolgeregelung? Noch Fehlanzeige vom Aufsichtsrat. Unter dem Motto 'All in on AI' polt Klein aktuell das gesamte Unternehmen auf das Trendthema Künstliche Intelligenz um. Konkurrenz und Kunden könnten also gespannt sein, was von SAP in puncto KI demnächst noch kommt – absehbar ist: Der Chef will die zentrale Richtung persönlich vorgeben. Und dann? Abwarten, ob Kleins Fokus auf AI den gewünschten Innovationsschub bringt.

SAP vollzieht eine grundlegende Umstrukturierung, indem CEO Christian Klein selbst die wesentlichen Bereiche der Technologie- und Produktentwicklung übernimmt. Das betrifft die Entwicklung der Business Suite sowie einer Transaktionsplattform – beide künftig unter Kleins direkter Kontrolle, geleitet von Manoj Swaminathan. Produktentwicklungschef Muhammad Alam verbleibt mit einem verkleinerten Bereich und scheidet im kommenden Jahr aus; eine Nachfolge für ihn ist bisher unklar. Die Neuausrichtung kommt im Zuge von SAPs Strategiewechsel hin zu künstlicher Intelligenz ('All in on AI'), mit dem Ziel, SAP schneller und innovationsfreudiger aufzustellen. Ergänzend wurde in mehreren aktuellen Presseartikeln betont, dass der Umbau bei SAP Teil einer größeren Bewegung sieben Monaten nach einer weltweiten Sparrunde ist und auch aus Sicht von Investoren als Versuch gewertet wird, die Führungsstruktur effizienter zu gestalten. Zudem hatte Christian Klein zuletzt auf verschiedenen Veranstaltungen offensiv angekündigt, noch mehr auf Cloud und KI-Lösungen zu setzen, und plant dazu Partnerschaften mit weiteren Technologiefirmen. Kritische Stimmen merken jedoch an, dass der Fokus auf AI bei SAP auch Risiken trägt, weil Veränderungen in der Organisation immer Unsicherheit und mögliche Reibungsverluste mit sich bringen – insbesondere, wenn Schlüsselpersonen das Unternehmen verlassen.

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