Tabakmanagerin will das Ende der Zigarette - trotz eigener Vergangenheit als Raucherin

Özlem Dikmen, Chefin des Tabakriesen Philip Morris in Deutschland, spricht sich überraschend dafür aus, dass die Ära der Zigarette enden sollte.

heute 14:48 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal überrascht einem das Leben mit paradoxen Situationen: Da steht eine Chefin eines weltgrößten Zigarettenherstellers und erklärt ernsthaft, sie wünsche, das Rauchen möge irgendwann Geschichte sein. So äußert es Özlem Dikmen gegenüber dem 'Focus' ziemlich direkt: 'Wir müssen den Menschen das Rauchen abgewöhnen.' Sie sagt auch offen, dass sie überzeugt sei, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist. Und irgendwie spürt man zwischen den Zeilen, dass das keine leere PR-Floskel ist. Ihr ehrgeiziges - fast schon symbolisches - Ziel: den Tag zu erleben, an dem die letzte Marlboro erlischt. Bleibt natürlich die Frage, wovon dann all die Tabakfirmen leben sollen … Dikmen selbst stand übrigens auch mal als gelegentliche Raucherin auf verrauchten Partys herum (so eine Selbstoffenbarung macht sie fast sympathisch). Der Wechsel zu Tabakerhitzern war für sie nicht so einfach – irgendwie fehlte „echter Tabakgeruch“, sagt sie. Spannend ist auch ihr Bemühen, mit dem Bundesdrogenbeauftragten Streeck in den Dialog zu kommen. Sie betont, Lobbyismus dürfe nicht aggressiv betrieben werden: 'Mir geht es darum, Standpunkte ehrlich und offen auszutauschen.' Und zack, wieder eine Abrisskante zur klassischen Tabaklobby. Ein weiterer Konfliktpunkt: geplante Steuererhöhungen auf Tabak in Deutschland. Da klingt sie dann doch wieder wie eine Managerin, der die Zahlen nicht egal sind. Zu drastische Steigerungen, so Dikmen, befeuerten vor allem den Schwarzmarkt – ein Argument, das man von Tabakfirmen kennt, aber angesichts der Erfahrungen in Frankreich und mit Blick auf osteuropäische Nachbarländer scheinbar nicht ganz aus der Luft gegriffen ist. Spannend, wie sie die konkreten Zahlen nennt: Bei erhitztem Tabak stammen bis zu 90% der Produkte in manchen ostdeutschen Regionen mittlerweile aus Polen. Es bleibt das Bild einer Chefin, die irgendwo zwischen gesellschaftlicher Verantwortung, internationalem Preiskampf und alten Gewohnheiten navigieren muss. Klingt eigentlich … ziemlich menschlich.

Özlem Dikmen, die neue Leiterin von Philip Morris Deutschland, setzt sich öffentlich dafür ein, dass weniger Menschen rauchen – ein bemerkenswertes Statement, wenn man ihren Posten bedenkt. Sie sieht Tabakerhitzer, trotz eigener Anfangsskepsis, als weniger schädliche Alternative, betont aber, dass höhere Tabaksteuern ohne Plan am Ende nur den illegalen Handel fördern würden. In jüngeren Presseberichten wird verstärkt diskutiert, wie große Tabakkonzerne sich auf die Zukunft ohne klassische Zigaretten einstellen – Philip Morris Deutschland will Medienberichten zufolge mittelfristig das Portfolio komplett auf rauchfreie Produkte umstellen und setzt auf intensive Dialoge mit der Politik. Auch in internationalen Beiträgen (z.B. bei der BBC und Reuters, aktuelles Beispiel: https://www.dw.com/de) taucht die Frage auf, wie der Rückgang des Rauchens und gleichzeitig die wirtschaftlichen Interessen von Tabakherstellern in Einklang gebracht werden können. Studien zeigen, dass immer mehr Tabakprodukte aus dem Ausland oder dem Schwarzmarkt stammen, sobald die Preise zu schnell steigen, was auch Frankreichs aktuelle Situation widerspiegelt (u.a. https://www.faz.net). Ein zusätzlicher Aspekt: Junge Menschen greifen laut aktuellen Zahlen (taz.de, 2024-06-17) seltener zur klassischen Zigarette, dafür aber häufiger zu E-Zigaretten oder Tabakerhitzern, was wiederum gesundheitspolitische Debatten verschärft.

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