Überraschendes Aus: Constantin Film legt „Die Päpstin“-Serienpläne auf Eis

Kurz vor dem geplanten Drehbeginn zieht Constantin Film den Stecker – die Serienadaption der Erfolgsstory „Die Päpstin“ steht vorerst still.

heute 07:13 Uhr | 2 mal gelesen

Nicht einmal mehr der Geruch von frischer Farbe an den Kulissen rettet hier etwas: Constantin Film hat angekündigt, dass die heiß erwartete Serie „Die Päpstin“ erstmal nicht gedreht wird. Das bestätigte Unternehmenssprecherin Katja Wirz und schob die Schuld dem überraschenden Ausstieg eines internationalen Geldgebers zu – vermutlich war’s eine jener ernüchternden Mails, die um vier Uhr nachmittags eintreffen. Der Oktober sollte der Auftakt zu den Dreharbeiten in der stattlichen Hohenzollernfestung Würzburg werden. Jetzt stehen dort halbfertige Kulissen rum, die bald staubig eingelagert werden, vielleicht fürs nächste große Hoffen. Wirz klingt optimistisch und meint, man würde die Kulissen später „hoffentlich“ wiederverwenden – wie oft in der Branche scheitert die Vision erstmal am schnöden Mammon. Obwohl „Die Päpstin“ schon als Roman und als Film Millionen Menschen aufgewühlt hat (der Kinofilm füllte allein in Deutschland die Kinosäle mit über zwei Millionen Zuschauern), bleibt die Serienversion vorerst ein Traum. Jella Haase war als moderne Päpstin längst im Gespräch, Oliver Berben wollte die Legende zeitgemäß und gesellschaftlich sprengstoffträchtig neu erzählen. 20 Millionen Euro waren laut Insidern im Topf – ein wahrlich seltener Umfang für deutsche Produktionen. Ein ordentlicher Batzen davon stammt aus öffentlichen Mitteln: Der Film-Fernseh-Fonds Bayern hatte eine runde Million versprochen, das Medienboard Berlin-Brandenburg legte 300.000 nach – trotzdem reicht es nicht, wenn ein großer privater Partner schlappmacht. Constantin Film eingeschlagen zu beschreiben, hieße Eulen nach Athen zu tragen: Sie stehen hinter Werken wie „Der Untergang“, dem „Baader-Meinhof-Komplex“ oder auch „Fack ju Göhte“. Ob die „Päpstin“-Serie irgendwann aufersteht? Niemand weiß es so genau. Medienunternehmen müssen manchmal eben unangenehm pragmatisch sein.

Die geplante Serie ‚Die Päpstin‘ von Constantin Film wurde nur wenige Wochen vor Drehbeginn unerwartet gestoppt, weil ein internationaler Finanzierungspartner abgesprungen ist. Damit verfallen vorerst umfangreiche Vorbereitungen, Kulissen und bereits zugesicherte Fördermittel von Institutionen wie dem Film-Fernseh-Fonds Bayern und Medienboard Berlin-Brandenburg. Das Budget war mit etwa 20 Millionen Euro angesetzt, die Produktion galt als herausragendes TV-Vorhaben für den deutschen Markt. In den letzten 48 Stunden berichteten mehrere Medien darüber. Laut taz wird diskutiert, ob private Investoren immer riskanter werden, während sich die Branche vermehrt auf öffentliche Förderungen stützen muss (Quelle: taz.de). Die Süddeutsche Zeitung hebt hervor, dass trotz großzügiger Förderzusagen kreativer Spielraum mittlerweile selten ohne Absicherung durch weitere Mitinvestoren zu haben ist (Quelle: sueddeutsche.de). Auf Spiegel.de wird darüber sinniert, welche Konsequenzen der kurzfristige Stopp für das Ansehen der deutschen Filmwirtschaft und den internationalen Wettbewerb haben könnte (Quelle: spiegel.de).

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