Sommer jenseits der 40-Grad-Marke – in Deutschland? Noch vor einigen Jahrzehnten kaum auszumalen, heute fast schon beunruhigend real. Mojib Latif betont, dass die Verbindung messerscharf ist: Ohne die Erderwärmung wären solche Witterungsexzesse in unserer Region so gut wie ausgeschlossen. Rekordjagden bei Hitze oder Dürre hat es früher praktisch nicht gegeben – zumindest nicht in dieser Häufung, sagt Latif und verweist auf Vergleiche zwischen heutigen Daten und älteren Klimasimulationen.
Der aktuelle Sommer passt nur allzu gut in dieses Bild: Schon mehrere Temperaturrekorde wurden gebrochen, und Latif sieht darin keinen Ausreißer, sondern eine klare Entwicklungslinie. Interessanterweise sagt er aber auch, wir reden eigentlich immer noch zu oft über die Kosten des Klimaschutzes – statt mal zu bedenken, wie teuer Nichtstun auf Dauer wird.
Sobald es um die Wälder geht, wird die Sache richtig brisant. Trockenheit macht ihnen zu schaffen, Latif spricht offen von einem 'Waldsterben 2.0'. Ganz anders als das Problem mit dem sauren Regen in den 70ern und 80ern; heute ist es die stetige Trockenheit, die den Bäumen zusetzt. Daher müsse man überlegen, wie der Wald künftig widerstandsfähiger werden kann.
Klimaforscher Mojib Latif stellt klar: Viele der aktuellen Extremwettersituationen, die Deutschland heimsuchen, hätten ohne den Einfluss des Menschen auf das Klima kaum eine Chance gehabt. Besonders Hitzewellen mit 40 Grad und mehr, aber auch langanhaltende Dürren oder Waldbrände, schreiben sich laut Latif direkt auf das Konto globaler Erwärmung. Während die Debatte um die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen weitergeht, verweist Latif darauf, dass die Folgeschäden mangelnder Vorsorge irgendwann weit gravierender ins Gewicht fallen könnten. Nach neuesten Berichten verschärft sich die Lage: Der Juni 2024 war laut Copernicus-Klimadienst global der zwölfte Monat in Folge mit Temperaturrekorden, was die Gefahr von Hitzewellen und Waldbränden auch in Zentraleuropa steigen lässt. Zudem melden Rettungsdienste und Forstbetriebe Rekordzahlen bei Bränden und dürrebedingten Schäden in deutschen Wäldern. Klimaforscher und Forstexperten fordern inzwischen nicht nur mehr Prävention, sondern grundlegende Umbauten und Klimaanpassungsmaßnahmen für urbane wie ländliche Räume.