Linke verlangt Obergrenze für Temperaturen in Wohnungen

Die Linksfraktion im Bundestag will erreichen, dass in deutschen Wohnungen gesetzlich höchstens 26 Grad erlaubt sind.

heute 16:55 Uhr | 2 mal gelesen

Die Idee klingt erst einmal ungewöhnlich: Steigt das Thermometer in den eigenen vier Wänden mehrere Tage lang über die 26-Grad-Marke, sollen die Betroffenen eine Mietminderung durchsetzen können - sofern nicht ausreichend gegen die Hitze geschützt wurde. So stellt es die Linksfraktion in ihrem Hitzeschutz-Konzept vor, das laut 'Tagesspiegel' aktuell zur Debatte steht. Und noch weiter: Ab Werten jenseits der 30 Grad könnten wohl noch größere Abschläge bei der Miete greifen. Gedanke dahinter? Eigentümer:innen sollen so gezwungen werden, sinnvolle Maßnahmen zum Schutz vor Hitze rasch umzusetzen. Violetta Bock, stellvertretende Fraktionschefin der Linken, betont: "Nicht alle leiden gleich unter der Gluthitze." Besonders hart treffe es ältere Menschen ohne Rückzugsort, Personen mit kleinem Geldbeutel, Wohnungslose oder Kinder in schlecht ausgestatteten Schulen. Laut aktuellen Zahlen sind in diesem Jahr etwa 12.500 Menschen hierzulande an den Folgeerscheinungen der Hitze verstorben. Aus Sicht der Linken hätte die Regierung schon lange tätig werden müssen, um Wohn- und Lebensräume besser gegen Überhitzung zu wappnen. Gleichzeitig fordert die Linke: Klimafreundliche Modernisierungen und Sanierungen dürfen keine neue Kostenfalle für Mieter:innen werden! Nach Ansicht der Partei müssten besonders beeinträchtigte Viertel gezielt energetisch und zum Schutz vor Hitze aufgewertet werden – allerdings, ohne dass die Kosten auf die Bewohner abgewälzt werden. Wer aus öffentlichen Kassen Zuschüsse erhält, solle als Gegenleistung verpflichtend sozialverträgliche Mieten für lange Zeit garantieren – Schluss mit der oft üblichen Modernisierungsumlage!

Kurz gesagt: Die Linke plädiert für eine gesetzliche Hitzedeckelung in Wohnungen und will einen besseren Schutz für Mieterinnen und Mieter vor extremen Raumtemperaturen. Konkret sollen dauerhaft hohe Temperaturen eine Grundlage für Mietminderungen werden, um Vermieter:innen zum Hitzeschutz zu bewegen. Der Vorschlag nimmt besonders sozial schwächere Gruppen in den Fokus und pocht darauf, dass Klimaschutz-Maßnahmen nicht zu höheren Mieten führen dürfen. Zusätzlich wird die Verantwortung der Politik betont, Gemeinschaftsräume und Schulen besser gegen Hitze zu rüsten. Nach jüngsten Debatten und Berichten haben Expertinnen und Experten außerdem davor gewarnt, dass steigende Sommertemperaturen durch den Klimawandel Deutschlands Großstädte immer mehr belasten werden. Gerade in städtischen Wohnquartieren fehlt es vielerorts an Begrünung, Verschattung und Hitzeschutz – eine Entwicklung, die ohne gezielte Gegenmaßnahmen besonders für Menschen mit niedrigen Einkünften zur gesundheitlichen Gefahr werden kann. Auch Umweltorganisationen und Sozialverbände sehen dringenden Handlungsbedarf, um Hitzetote in Zukunft zu vermeiden und soziale Gerechtigkeit bei Klimaanpassungsmaßnahmen sicherzustellen.

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