Am Samstag verwandelte sich die Straße zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule in einen brodelnden Dancefloor unter freiem Himmel, bei Temperaturen, die eher an Sauna als an Großstadt erinnerten. Die hohe Polizeipräsenz und Sicherheitsmaßnahmen waren eine direkte Reaktion auf den Anschlag beim CSD, der die Community noch immer beschäftigt – auch die Schweigeminute zu Beginn der Parade spiegelte dies wider. Während Organisation und offizielle Sicherheitskonzepte ausgereifter erschienen, zeigte sich das Bedürfnis nach gemeinsamer Feier und Solidarität; und nicht zuletzt eine Widerstandsfähigkeit, die die Berliner Technoszene ohnehin schon immer ausgezeichnet hat. Zusätzlich ist bemerkenswert, dass trotz der Absage vergleichbarer Events wie dem 'Zug der Liebe' mehrere Politiker und Szenekenner im Vorfeld Mut gemacht hatten, die Parade als Zeichen gegen Angst und für Lebensfreude zu sehen. Recherche-Update: Die Debatte um Sicherheitskonzepte im öffentlichen Raum ist durch jüngste Ereignisse in Berlin neu entfacht. Zahlreiche Stimmen mahnen, dass Freiheit und Schutz kein Widerspruch sein müssen, wie sowohl Polizei als auch Veranstalter betonen. Außerdem wird aktuell diskutiert, wie Popkulturparaden die Stadtidentität Berlins stärken und vereinen können.
heute 16:55 Uhr