Neulich hat das Ifo-Institut Unternehmen quer durch die Republik gefragt, wie sie ihre Chancen gegenüber der ausländischen Konkurrenz einschätzen – das Ergebnis, ehrlich gesagt, klingt alles andere als optimistisch. Ganze 25,4 Prozent befürchten, dass sie jenseits der EU an Boden verlieren. Wenn ich auf die Details blicke, fällt auf: Nur 5,2 Prozent glauben an eine Verbesserung, und das ist ziemlich wenig Hoffnung zwischen all der Skepsis.
Besonders in der Autoindustrie schrillen die Alarmglocken – 43 Prozent (!) melden eine schlechtere Position außerhalb Europas. Das liest sich schon fast wie ein kollektives Schulterzucken. Auch Unternehmen aus der Metallerzeugung, dem Maschinenbau und der chemischen Industrie sehen sich im Nachteil – unabhängig davon, ob es um Märkte in der EU oder anderswo geht. Aber, und das ist vielleicht eine Randnotiz zum Aufatmen: Die Getränkeindustrie sticht als einzige Branche heraus, deren Wettbewerbsstärke sogar zulegt.
Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut bringt es auf den Punkt: "Die strukturellen Probleme sind das eigentliche Sorgenkind." Einfach abwarten, bis die Konjunktur anspringt, wird also nicht reichen. Das Problem ist – wie so oft – tiefer verwurzelt. Vielleicht braucht die deutsche Industrie also nicht nur neue Märkte, sondern vor allem neue Ideen. Oder zumindest noch ein paar mutige Ausreißer wie die Getränkehersteller.
Die aktuellen Umfrageergebnisse des Ifo-Instituts zeichnen ein vielschichtiges Bild: Während ein erheblicher Teil der Firmen ihre Wettbewerbsfähigkeit schwinden sieht, bleibt der Glaube an eine kurzfristige Besserung gering. Nach eingehender Recherche zeigt sich, dass steigende Energiepreise, hohe Lohnkosten und eine gewisse Investitionszurückhaltung in Deutschland die Situation verschärfen – Faktoren, die auch in neuen Berichten der letzten Tage häufig genannt werden. Branchenübergreifend rufen Experten und Verbände nach politischer Unterstützung, beispielsweise durch eine klarere Industriepolitik oder gezielte Innovationsförderung. Neben der allgemeinen Konjunkturschwäche werden oft auch immer komplexere Regulierungen als Belastung genannt. Immerhin gibt es Lichtblicke: Einige Unternehmen nutzen die Herausforderungen als Anlass, um sich strategisch neu auszurichten, etwa durch Digitalisierung, Diversifizierung ihrer Märkte oder die Entwicklung nachhaltigerer Produkte.