Mal ehrlich: Die Debatte um mögliche AfD-Wahlsiege im Osten Deutschlands nimmt inzwischen fast groteske Züge an. Während medial wilde Kassandrarufe über wirtschaftliche Katastrophen kursieren, bleibt die eigentliche Baustelle liegen – meint zumindest die Ökonomin Veronika Grimm. "Reformen, das ist es, was gebraucht wird. Kein Herbeireden von Krisen wegen AfD-Triumpfen!" Mit Nachdruck fordert sie, das Wirtschaftswachstum nicht in den Windungen politischer Furcht zu verlieren, sondern die echten Probleme endlich anzupacken – vieles davon sei hausgemacht. Was sie damit meint? Grimm sieht drei Felder als besonders wichtig: Erstens sorgt sie sich um das deutsche Bildungssystem. Ohne ein Upgrade, so ihre Prognose, wird es im Hightech-Rennen eng. Zweitens müsse das Dickicht aus Regularien gelichtet werden – sonst hängen wir weiter hinterher bei Dingen wie Gentechnik oder künstlicher Intelligenz. Und zu guter Letzt: Flexiblere Arbeitsmärkte, weniger starrer Kündigungsschutz, ähnlich wie in Dänemark oder der Schweiz. Ihr Credo: "Nicht Angst schüren, sondern anpacken." Überraschend nachvollziehbar, finde ich.
Grimm wirft in ihrer Kritik an den Warnungen vor möglichen AfD-Erfolgen ein zunehmend nüchternes Licht auf die politische Debatte. Sie argumentiert, Deutschland verliere sich in Angst, statt dringend nötige Reformen im Arbeitsrecht, im Bildungssystem und bei Innovationen durchzuziehen – dabei fehle es ausgerechnet an diesen Stellschrauben, um wirtschaftlich wieder in Schwung zu kommen. Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland sind laut Grimms Analyse unter anderem durch hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und einen Reformstau im Technologiebereich verschärft worden; Analysten warnen außerdem davor, dass ein Erstarken der AfD zu Unsicherheiten für Investoren führen könnte, was Grimm jedoch nicht als Hauptproblem sieht – sondern eher die politische Unentschlossenheit und das Ausbleiben visionärer Reformen.