Es bleibt die grundlegende Frage im Raum – braucht es tatsächlich ein kapitalgedecktes Modell, das Schwankungen an den Finanzmärkten ausgesetzt ist? Schon die Riester-Rente hat leider vor allem Versicherern Vorteile verschafft, meint Engelmeier und fragt sich, ob das nicht schon wieder droht. Statt ständig neue kapitalbasierte Ansätze zu basteln, wäre doch eigentlich eine Stärkung der gesetzlichen Rente und die Ausweitung zu einer Erwerbstätigenversicherung der logischere Weg, findet sie.
Das Vorhaben, das Klingbeil gerade durchs politische Verfahren schiebt, sieht eine staatliche Förderung und die Möglichkeit vor, dass Eltern jährlich bis zu 6.840 Euro zusätzlich fürs Kind einzahlen können. Wer sich das nicht leisten kann, für den soll ein staatliches Sondervermögen angelegt werden, das zum 18. Geburtstag des Kindes in ein Altersvorsorgedepot wandert. Klingbeil verspricht, mit der Frühstartrente gleiche Startchancen zu fördern – weg vom Zufall der Elternhäuser, hin zu mehr Chancengleichheit beim finanziellen Polster fürs Alter. Doch ob dieses Versprechen hält? Die Zweifel sind offensichtlich.
Die Pläne zur Frühstartrente polarisieren: Während die Idee, schon von klein auf vorzusorgen, allgemein positiv gesehen wird, warnt der SoVD ausdrücklich vor einem zu großen Fokus auf kapitalgedeckte Systeme, die Risiken für Sparer mit sich bringen. Auch die Erfahrungen mit der Riester-Rente, die kaum zur Entspannung der Altersarmut beigetragen hat, sorgen für Skepsis gegenüber neuen Modellen, die privatwirtschaftliche Akteure ausgiebig involvieren. Zusätzliche Details aus aktuellen Nachrichten: Laut neuen Berichten setzt Klingbeil auf ein Modell, bei dem Chancenausgleich zentral sein soll, jedoch bleibt unklar, wie stark die tatsächliche Wirkung auf die soziale Ungleichheit im Alter ausfällt – hier fordern Experten und Sozialverbände mehr unabhängige Prüfung und partizipative Ausgestaltung.