Razzia in der Deutsche-Bank-Zentrale: Ermittlungsbehörden im Einsatz

Am frühen Mittwoch durchsuchten Ermittler die Hauptgeschäftsstelle der Deutschen Bank in Frankfurt – unter dem Verdacht der Verwicklung in undurchsichtige Steuerpraktiken.

heute 11:22 Uhr | 5 mal gelesen

Wie unter anderem von 'Business Insider' und der 'Welt' gemeldet, blitzten am Mittwochmorgen die Blaulichter der Staatsgewalt vor dem gläsernen Bankgebäude in Frankfurt auf. Im Fokus der Ermittlungen: mutmaßliche Steuerhinterziehung, genauer gesagt, Methoden, die im Kontext sogenannter Cum-Cum-Geschäfte stehen. Im Kern bedeutet Cum-Cum, dass Aktien rund um den Tag der Dividendenzahlung so zwischen in- und ausländischen Anlegern transferiert werden, dass Steuerpflichten ausgehebelt – oder zumindest erheblich gemindert – werden. Das klingt zunächst nach Finanzakrobatik, die Geschick verlangt, doch rechtlich bleibt’s eine Grauzone. Im Gegensatz zu den berüchtigten Cum-Ex-Deals, wo der Name schon fast kriminelle Energie ausstrahlt, haben Cum-Cum-Transaktionen bislang keinen festen Platz im Strafgesetzbuch. Trotzdem wächst die Unsicherheit: Während die einen sagen, „Cleverness im Steuerrecht ist erlaubt“, warnen Gerichte und Behörden mittlerweile mit nachdrücklicher Skepsis. Nicht selten, dass morgen illegal ist, was gestern noch als Schlupfloch galt. Ehrlich: Wer soll da noch souverän durchblicken?

Kurz vor neun am Mittwochmorgen startete eine breite Razzia in der Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank. Im Mittelpunkt des Einsatzes: mögliche Beteiligung an Cum-Cum-Geschäften, bei denen Kapitalertragssteuern durch Aktiengeschäfte umgangen werden. Genau wie Cum-Ex, aber eben im juristischen Grenzgebiet. Verschiedene Medien berichten, dass die Behörden mit Nachdruck prüfen, in welchem Umfang die Deutsche Bank von umstrittenen Steuerpraktiken profitiert haben könnte – während in der Finanzbranche weiter Unsicherheit herrscht. Erweiterte Information: Cum-Cum-Geschäfte stehen zunehmend im Visier der deutschen Justiz und Finanzbehörden, weil sie als legal getarnte Steuervermeidungsmodelle gelten. Ermittlungen dieser Art reflektieren den sich verändernden Umgang des Staates mit sogenannten Steuertricks. Die Deutsche Bank selbst hat auf die Durchsuchung laut ersten Presseberichten besonnen mit Kooperation reagiert. Im Zuge der Berichterstattung wird deutlich: Die Debatte um Steuergerechtigkeit und die Rolle großer Banken bleibt hochaktuell, nicht zuletzt vor dem Hintergrund erneuter öffentlicher Diskussionen über die Verantwortung von Finanzinstituten im Umgang mit rechtlichen Grauzonen.

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