Kurz vor neun am Mittwochmorgen startete eine breite Razzia in der Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank. Im Mittelpunkt des Einsatzes: mögliche Beteiligung an Cum-Cum-Geschäften, bei denen Kapitalertragssteuern durch Aktiengeschäfte umgangen werden. Genau wie Cum-Ex, aber eben im juristischen Grenzgebiet. Verschiedene Medien berichten, dass die Behörden mit Nachdruck prüfen, in welchem Umfang die Deutsche Bank von umstrittenen Steuerpraktiken profitiert haben könnte – während in der Finanzbranche weiter Unsicherheit herrscht. Erweiterte Information: Cum-Cum-Geschäfte stehen zunehmend im Visier der deutschen Justiz und Finanzbehörden, weil sie als legal getarnte Steuervermeidungsmodelle gelten. Ermittlungen dieser Art reflektieren den sich verändernden Umgang des Staates mit sogenannten Steuertricks. Die Deutsche Bank selbst hat auf die Durchsuchung laut ersten Presseberichten besonnen mit Kooperation reagiert. Im Zuge der Berichterstattung wird deutlich: Die Debatte um Steuergerechtigkeit und die Rolle großer Banken bleibt hochaktuell, nicht zuletzt vor dem Hintergrund erneuter öffentlicher Diskussionen über die Verantwortung von Finanzinstituten im Umgang mit rechtlichen Grauzonen.