SPD will Spritpreisdeckel – Union lehnt Neuauflage des Tankrabatts entschieden ab

Der Streit um die hohen Spritpreise zieht weitere Kreise: Während die SPD einen Preisdeckel fordert, hält die Union wenig von einem neuen Tankrabatt.

heute 13:27 Uhr | 2 mal gelesen

Was derzeit an den Zapfsäulen passiert, lässt Armand Zorn (SPD-Fraktion) fassungslos zurück. Obwohl die Ölpreise zuletzt spürbar nachgegeben haben, merkt man davon an der Tankstelle herzlich wenig – außer vielleicht im eigenen, dünner werdenden Geldbeutel. Zorn spricht von einer Schieflage: Steigt der Ölpreis, zieht der Spritpreis sofort an. Fällt der Ölpreis? Passiert... erstaunlich wenig, zumindest beim Endkunden. Dass internationale Ölkonzerne in Quartalsberichten von teils doppelt so hohen Gewinnen wie im Vorjahr sprechen, fühlt sich für viele wie ein Schlag ins Gesicht an – für Zorn ist es schlicht empörend. Für ihn ist klar: Die Politik muss eingreifen. Ein Preisdeckel für Sprit, also eine Obergrenze für den Endpreis, soll das anhaltende Preistreiben bremsen. Außerdem betont er, dass das Bundeskartellamt seine Untersuchungen endlich zu Ende bringen und gegebenenfalls dafür sorgen soll, dass Wettbewerb wiederhergestellt wird. Geplant seien auch zusätzliche Anpassungen am Kartellrecht, um das Amt handlungsfähiger zu machen. Die Union sieht das alles anders. Finanzpolitiker Fritz Güntzler (CDU) bleibt dabei: Ein zweiter Tankrabatt, wie es ihn nach dem russischen Angriff auf die Ukraine gab, kommt aus seiner Sicht nicht infrage. Zwar erkennt auch er das Problem – insbesondere, dass auf dem Land ohne Auto meist gar nichts geht und die Preissteigerungen im Alltag wehtun. Aber: Die Maßnahme sei damals richtig gewesen, auf Dauer jedoch weder sinnvoll noch bezahlbar. Statt Unmengen Geld mit der Gießkanne zu verteilen, fordert er gezielte Entlastungen, etwa eine bessere Entfernungspauschale oder Steuererleichterungen für besonders leidende Wirtschaftszweige. Das Ganze müsse aber auch finanziell stemmbar bleiben. Was wirklich hilft und was nicht, darüber dürfte also noch eine Weile gestritten werden.

Die Debatte um hohe Kraftstoffpreise bleibt brandaktuell. Die SPD drängt angesichts stagnierender Preise und explodierender Gewinne der Ölindustrie auf einen Spritpreisdeckel sowie auf mehr Macht für das Kartellamt, um Wettbewerb wiederherzustellen. Die Union lehnt einen erneuten Tankrabatt strikt ab und setzt stattdessen auf zielgerichtete Entlastungen für besonders Betroffene wie ländliche Autofahrer oder Unternehmen im Logistikbereich. Im Hintergrund nehmen auch andere Themen Fahrt auf: Die Bundesregierung prüft alternative Entlastungsmodelle, zum Beispiel dynamische Pendlerpauschalen und energiespezifische Subventionen, um soziale Härten abzufedern. Das Kartellamt steht unter Druck, zügig Transparenz zu schaffen – zugleich wird Kritik am mangelnden Wettbewerb laut. Experten betonen, dass Preisregulierung allein nicht reicht; strukturelle Reformen am Energiemarkt und die Förderung alternativer Mobilität bleiben dringend nötig.

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