Am 29. Juli soll in einer Sondersitzung der Bundestagsfraktion über die Nachfolge von Jens Spahn entschieden werden. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich bisher nicht eindeutig zu einem Kandidaten. Er betont, gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder bald die Fraktion zu informieren; aktuell finden dazu Konsultationen in diversen Runden statt, auch per Videokonferenz, wie Merz mitteilt. Das Ergebnis – so Merz – lasse aber noch etwas auf sich warten. Als vielgenannter Favorit für den Posten gilt Thorsten Frei, wobei eine solche Entscheidung weitere Personalrochaden nach sich ziehen würde. Auch Namen wie Carsten Linnemann, Alexander Dobrindt und – mit Fragezeichen – Ralph Brinkhaus machen die Runde. Günter Krings wird als Ersatz für Frei im Gespräch genannt, sollte dieser befördert werden.
Jens Spahn sah sich nach der öffentlichen Leihmutter-Kritik, die ausgerechnet von der eigenen Partei mitgetragen wurde, zum Rücktritt gezwungen. Seine politische Zukunft bleibt vorerst offen; Merz zeigt sich reserviert und wolle Spahn keine Tipps geben.
Hendrik Streeck, der Bundesdrogenbeauftragte, steht wegen ähnlicher Vorwürfe um Nutzung einer Leihmutter nicht unter Druck – zumindest laut aktueller Regierungskommunikation. Man sehe keinen Grund, „Doppelmoral“ zu unterstellen. Der Schutz der Privatsphäre des Kindes und der Familie stehe im Vordergrund. Medienberichte bestätigten indes, dass Streeck und sein Mann durch eine Leihmutter in den USA nun Eltern seien, ihre Freude über die Geburt betonten sie selbst öffentlich.
Die CDU/CSU versucht, nach Spahns Rücktritt die Diskussion über Leihmutterschaft und die damit verbundenen personellen Konsequenzen schnell hinter sich zu lassen. Der Fraktionsvorsitz im Bundestag wird am 29. Juli neu vergeben, die innerparteilichen Absprachen laufen jedoch noch; genannte Kandidaten sind Thorsten Frei, Carsten Linnemann und Alexander Dobrindt, wobei auch Günter Krings und Ralph Brinkhaus als mögliche Optionen gelten. Während Spahn weiterhin für seine persönliche Entscheidung kritisiert wird und seine Zukunft unklar bleibt, sieht die Regierung keinen politischen Klärungsbedarf bei Streeck – hier wird auf Privatsphäre und Schutz des Kindes gesetzt.
Aktuelle Recherchen zeigen: Die Leihmutter-Debatte ist weiterhin in den Medien präsent. Die FAZ thematisiert erneut die Debattenkultur in der Union und den Wunsch nach rascher Befriedung der Fraktion angesichts der Europawahl; die taz hebt hervor, wie sehr ethische Fragen die Union belasten und dabei interne Lager sichtbar machen. Auf Spiegel Online wird zudem berichtet, dass nicht nur die Partei, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung von Doppelmoral-Vorwürfen geprägt wird – insbesondere bei prominenten Fällen wie Streeck und Spahn. Außerdem diskutieren Medien weiterhin die Konsequenzen für das Familienbild der Union und die gesellschaftliche Akzeptanz reproduktiver Medizin.