350 Helferinnen und Helfer humanitärer Organisationen weltweit im Jahr 2025 getötet

Im Jahr 2025 verloren weltweit 350 Menschen, die für Hilfsorganisationen im Einsatz waren, ihr Leben – eine erschütternde Bilanz.

heute 00:02 Uhr | 2 mal gelesen

Laut der aktuellen Aid Worker Security Database, deren Zahlen nun durch das Redaktionsnetzwerk Deutschland publik wurden, verloren im Jahr 2025 insgesamt 350 Mitarbeitende von Hilfsorganisationen bei ihrer Arbeit das Leben. Das ist die zweithöchste Zahl, seit diese Statistik 1997 eingeführt wurde – nur 2024 mit 387 Toten war die Lage noch düsterer. Zum Vergleich: 2013 lag die Zahl bei 159. Für das Jahr 2026 sind bislang bereits 83 Todesfälle dokumentiert. Die Lage bleibt also kritisch, wobei sich die Schwerpunkte verschieben: Besonders brenzlig sind die Einsätze weiterhin im Gazastreifen – nach dem Angriff der radikal-islamischen Hamas und der anschließenden Gewaltwelle durch Israel starben dort allein 186 Helfer. Ebenfalls dramatisch ist die Situation im Sudan: Seit Ausbruch des Bürgerkriegs im April 2023 kamen hier mindestens 71 Hilfskräfte ums Leben. Es ist schlicht unfassbar, dass fast alle Opfer aus der jeweiligen Region stammen — die internationale Community schaut dem Elend aber leider oft nur zu. Ein Sprecher der SOS-Kinderdörfer, Boris Breyer, sagte offen, was viele denken: Die tätigen Helferinnen und Helfer sind tagtäglich enormen Gefahren ausgesetzt, schuften sich ab, bis es irgendwie nicht mehr geht – und das verdient nicht nur Respekt, sondern schlicht mehr Schutz. Beeindruckend und tragisch zugleich: Selbst in aussichtslosen Situationen setzen sie sich unermüdlich für Menschlichkeit ein. Eigentlich schreibt das Völkerrecht ihren Schutz vor, aber davon spüren viele vor Ort wenig. Wie oft werden diese lebensrettenden Menschen dennoch Ziel von Gewalt? Breyer kritisierte, das könne man nicht einfach hinnehmen – und ehrlich: Wer kann ihm da widersprechen?

Die jüngsten Zahlen belegen: Humanitäre Helfer leben gefährlich wie nie zuvor – vor allem lokale Einsatzkräfte zahlen oft den tödlichsten Preis. Die dramatische Situation im Gazastreifen nach dem Gaza-Krieg und die anhaltenden Kämpfe im Sudan führen das Ausmaß der Gefahren drastisch vor Augen. Experten wie Boris Breyer fordern dringend wirksameren Schutz und Unterstützung für das Rückgrat internationaler Hilfsarbeit. Recherchen zeigen: Das Thema wird weltweit diskutiert, etwa angesichts der wachsenden Komplexität moderner Konflikte, dem langfristigen Mangel an Schutz für lokale Helfende und der unzureichenden politischen und finanziellen Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft. Immer häufiger werden humanitäre Helfer zum Ziel direkter Angriffe, weil Konfliktparteien das humanitäre Völkerrecht ignorieren. Ein weiterer erschütternder Trend ist, dass immer mehr Hilfsorganisationen gezwungen sind, sich aus besonders gefährlichen Regionen zurückzuziehen – mit katastrophalen Folgen für notleidende Zivilbevölkerung.

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