Bundesumweltministerium fordert größere Anstrengungen bei Renaturierung deutscher Flusslandschaften

Angesichts anhaltender Trockenperioden und sinkender Flusspegel betont Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, die Bedeutung von Renaturierung. Verkehrsminister Steffen Bilger soll dazu eine Konferenz ausrichten – als Beginn für dringend benötigte Investitionen. Das Ziel: Flüsse und ihre Umgebung widerstandsfähiger gegen den Klimawandel machen.

heute 10:59 Uhr | 2 mal gelesen

Wenn deutsche Flüsse zur Rinnsal-Spur schrumpfen – wie aktuell – klingen mahnende Worte aus Behördenmündern fast wie ein Echo: "Weckruf" nennt Flasbarth die Lage. Dass Verkehrsminister Steffen Bilger die Führung übernimmt und zu einer hochkarätigen Zusammenkunft einlädt, hält Flasbarth für ein überfälliges Signal. Was auffällt: Vieles dreht sich um Systematik, nicht bloßen Aktionismus. Programme wie der Aktionsplan Niedrigwasser Rhein oder der Basisdienst "Klima und Wasser" greifen laut Flasbarth aber zu kurz, wenn man weiterhin zugucken würde, wie das Wasser einfach so durch die Landschaft rauscht, anstatt es dort zu halten. Moor-Renaturierung, Überflutungswiesen, Wälder – Flasbarth denkt langfristig, fordert aber gleichzeitig, naturnahe Lösungen nicht von technischen Innovationen zu trennen. Es klingt fast wie eine Ermahnung an die eigene Zunft: Jetzt handeln, nicht nur reden.

Das Bundesumweltministerium sieht im derzeitigen Niedrigwasser eine drängende Erinnerung daran, dass Renaturierung nicht länger als exotische Nische behandelt werden darf. Besonders Flüsse wie der Rhein spielen eine zentrale Rolle, und Projekte zur Rückgewinnung von Auen und Mooren werden mittlerweile als Teil einer umfassenden Anpassungsstrategie an den Klimawandel betrachtet. Neuere Recherchen zeigen beispielsweise, dass die Bundesregierung plant, den "Nationalen Aktionsplan für natürliche Klimaschutzmaßnahmen" zu verstärken, was u.a. einen verstärkten Schutz von Feuchtgebieten vorsieht und zusätzliche finanzielle Mittel für die Renaturierung bereitstellt. Auch der europäische Green Deal setzt verstärkt auf Renaturierung als Mittel, dem fortschreitenden Biodiversitätsverlust und Wasserstress entgegenzuwirken.

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