Bundesverband warnt: Schwimmen birgt unterschätzte Risiken – Zahl der Badetoten steigt

Mit Blick auf die zunehmenden Todesfälle beim Baden in Deutschland appellieren Schwimmmeister an die Eigenverantwortung – und mahnen insbesondere vor Selbstüberschätzung im Wasser.

heute 10:45 Uhr | 3 mal gelesen

Um ehrlich zu sein – es braucht kein sportliches Großereignis, um beim Schwimmen gehörig ins Schwitzen zu geraten. Schon der zu sorglose Sprung in Fluss oder See kann fatal enden, selbst wenn man sich für einen passablen Schwimmer hält. Peter Harzheim, Kopf des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister, bleibt in der "Rheinischen Post" recht unnachgiebig: Auch erfahrene Wasserratten sind gegen die tückische Kraft der Strömungen, wie sie etwa im Rhein oder anderen Flüssen lauern, nicht gefeit. Das unterschätzen offenbar viele – und zahlen teils mit dem Leben. Harzheim empfiehlt, nie allein ins Wasser zu gehen – klingt wie ein alter Ratschlag, ist aber logisch: Falls was passiert, kann der zweite helfen oder Alarm schlagen. Und noch was, was gerne vergessen wird: Nicht überall ist das Schwimmen erlaubt oder ungefährlich. Schnell auf die Beschilderung geschaut und lieber einmal zu oft als zu wenig gefragt. Schon jetzt, nach nur sieben Monaten, hat die DLRG von 261 tödlichen Badeunfällen berichtet – 15 mehr als letztes Jahr um diese Zeit. Eine bedrückende Zahl. Sie sagt nicht alles, aber sie deutet darauf hin, dass mancher im Wasser vielleicht weniger kann, als er denkt – und dass Respekt manchmal überlebenswichtig ist.

Immer wieder überschätzen sich Schwimmer bei hohen Temperaturen, unterschätzen aber gleichzeitig die Gefahren – besonders in offenen oder fließenden Gewässern. Laut der DLRG kam es allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres bereits zu 261 Todesfällen, eine Steigerung zum Vorjahr. Was gern übersehen wird: Besonders Strömungen, plötzliche Wetterwechsel und fehlende Schwimmbadaufsichten erhöhen das Risiko; zudem ist die Zahl der ertrinkenden Kinder und Jugendlichen zuletzt angestiegen. Recherchen zeigen zudem, dass Schwimmbäder oft Personalmangel beklagen und Schwimmenlernen aufgrund von Pandemie und Sparmaßnahmen in den Hintergrund tritt. Rettungsschwimmer vermelden, dass veraltete Schwimmausbildung und eine trügerische Sicherheit durch moderne Badekleidung – die korrekte Selbsteinschätzung wird dadurch nicht gerade gefördert – das Problem noch vergrößern. Nach aktuellen Medienberichten werden auch die Gefahren durch plötzlich eintretende Kälte (Kälteschock) und Alkoholkonsum häufig unterschätzt.

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