Deutsche Konzerne ziehen sich bei US-Investitionen zurück

Im laufenden Jahr haben deutsche Firmen ihre finanziellen Engagements in den USA massiv zurückgefahren.

heute 10:21 Uhr | 5 mal gelesen

Manchmal denkt man, Wirtschaftstrends plätschern gleichmäßig dahin – aber das aktuelle Geschehen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten wirkt eher wie ein jäher Temperatursturz. Laut neuesten Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft, basierend auf Zahlen der Bundesbank, haben deutsche Unternehmen in der ersten Hälfte von 2026 gerade einmal schmale 4,3 Milliarden Euro investiert. Das ist ein Einbruch um satte 65 Prozent – und wer zurück ins erste Halbjahr 2024 blickt, bemerkt: Es sind sogar rund 80 Prozent weniger. Was ist passiert? Mit Donald Trumps Rückkehr ins Oval Office zu Beginn 2025 veränderte sich offenbar das Investitionsklima deutlich. Die großen deutschen Player scheinen zwar nach wie vor ihre laufenden Projekte weiterzuführen und Gewinne vor Ort zu reinvestieren – immerhin, das zeigen die hohen Werte bei Reinvestitionen und Krediten –, aber frisches Geld für Beteiligungen? Fehlanzeige. Wer sich den Zeitraum vor Corona ansieht, erkennt, wie ungewöhnlich diese Entwicklung eigentlich ist: Damals pumpten deutsche Unternehmen im Schnitt fast 16 Milliarden Euro pro Halbjahr herüber. Persönlich frage ich mich: Steckt hier nur politische Unsicherheit dahinter? Oder sind es einfach andere Kräfte auf dem Markt, vielleicht steigende Zinsen, sinkende Profite – oder schlicht die Angst, dass künftig "America First" erneut zur Leitlinie wird? Ein bisschen erinnert das Muster an Menschen, die ihr altes Fahrrad sorgfältig pflegen, aber kein neues kaufen – aus Vorsicht, oder weil der Weg längst steiniger geworden ist.

Die Investitionen deutscher Unternehmen in den USA sind auf historischen Tiefständen angelangt, ein Trend, der nicht erst mit Trumps Wiederwahl begann, aber sich seit dessen zweiter Amtsführung merklich intensiviert hat. Hintergrund sind neben politischen Unsicherheiten auch ökonomische Faktoren wie die veränderte US-Wirtschaftspolitik, etwa protektionistische Maßnahmen und mögliche Handelshemmnisse, die deutsche Firmen vorsichtig agieren lassen. Aktuellen Einschätzungen zufolge werden unmittelbar laufende Projekte zwar fortgeführt, doch Neuinvestitionen bleiben nahezu aus – und so droht, dass die gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen auf Dauer Schaden nehmen könnten.

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