Inhaltlich, so meint Banaszak, sei die SPD mit ihrem Vorstoß natürlich nicht völlig auf dem Holzweg. Aber: Die Sozialdemokraten fordern laut ihm nun etwas, von dem sie ganz genau wissen, dass die Union im Leben nicht mitziehen wird. Ironisch genug, dass ausgerechnet Olaf Scholz, damals noch auf dem Weg ins Kanzleramt, eben diese Gemeinschaftsaufgabe aus dem Koalitionsvertrag gestrichen haben soll – ein paar Jahre alt das Ganze, aber heute, inmitten rekordsommerlicher Hitzewellen, bitterer denn je. Manche Kommunen würden jetzt wahrscheinlich nicht ganz so hilflos mit der Dürre kämpfen. Und nun, nach Woche um Woche im Schmelz-Ofen, rührt sich plötzlich was in der SPD? Banaszak nennt das bestenfalls einen Anfang, aber er kann sich einen Seitenhieb auf die monatelange Regierungsträgheit nicht verkneifen. Was die Grundgesetzänderung fürs Klima betrifft: Die Grünen sind dabei – sagen sie nicht zum ersten Mal. Die Linke vermutlich auch. Doch mit der Union? Wohl kaum. Dass die SPD trotzdem mit diesen Forderungen ankommt, deute für Banaszak darauf hin, dass sie eher politisches Theater spielen würde, als tatsächlich zu handeln. Nicht ganz frei von Emotionen wird Banaszak, wenn er den amtierenden Bundeskanzler Merz kritisiert (wobei, man möge auf die Ironie der Namen achten): Urlaub in der vierten Woche und kein Fitzel Mitgefühl für die Menschen, die wirklich unter der Hitze ächzen. Die Bundesregierung, so meint er, verhalte sich, als hätte das Klima keine Lobby, als wäre alles beim Alten und Energiekrisen nur Schauermärchen. Noch schlimmer: Diskussionen, Klimaziele einfach nach hinten zu schieben und dabei wieder voll auf Gas und Öl zu setzen. Laut Banaszak ein klarer Fall von Ideologie – diesmal aber auf der ganz anderen Seite des politischen Spektrums. Immerhin: Es sei noch nicht alles verloren. Womöglich hätte man nicht alles richtig gemacht, aber das letzte Wort ist, so glaubt er, längst nicht gesprochen.
Felix Banaszak von den Grünen hält den neuen Klimaschutz-Vorstoß der SPD für wenig schlüssig und schlichtweg nicht ehrlich gemeint. Er erinnert an Scholz’ frühere Blockade und bemängelt, dass die SPD sich erst nach massiven Wetter-Extremen bewegt. Gleichzeitig werfen die Grünen der CDU/CSU und Merkel eine rückwärtsgewandte Politik vor, die Klimakrise absichtlich kleinredet, während drängende Probleme durch Hitzewellen und Dürren aktuell unübersehbar werden. In neueren Artikeln wird die Klimadebatte in Deutschland vielfach thematisiert, etwa angesichts der angepassten Klimaziele, der Schwierigkeiten in den Kommunen bei Hitze- und Wassermanagement oder den politischen Grabenkämpfen um die Energiewende. Auch internationale Beobachter nehmen den deutschen Politikwechsel kritisch wahr – mit der Frage, ob ernsthafte, tiefgreifende Reformen tatsächlich auf den Weg gebracht werden oder vor allem Symbolpolitik betrieben wird.