Also, kaum hat Brüssel die Bewerbungsrunde für KI-Superrechenzentren geöffnet, ist in der deutschen Politik ein regelrechter Wettstreit um das Prestigeprojekt ausgebrochen. Die offizielle Linie ist klar: Die Bundesregierung will das Ding – oder, wie Bundesforschungsministerin Dorothee Bär es fast etwas sportlich ausdrückt, es sei das "klare Ziel", Deutschland zum Standort einer der europäischen Gigafactories für künstliche Intelligenz zu machen. Die Voraussetzungen seien längst geschaffen, jetzt gelte: Die Bewerberteams müssen liefern. Bär gibt sich jedenfalls optimistisch und traut "schlagkräftigen" deutschen Konsortien einiges zu. Warum das Ganze? Weil ein erstklassiges KI-Zentrum als Grundstein für technologische Führerschaft gilt – ein Thema, das hierzulande zunehmend zum politischen Selbstläufer wird.
Es bleibt allerdings nicht bei Lippenbekenntnissen: Aus Bayern etwa tönt es laut und deutlich. Wissenschaftsminister Markus Blume kann sich gut vorstellen, den Zuschlag für den Standort Schweinfurt zu holen – und packt das Thema pragmatisch an: "Wir schauen uns die Ausschreibung genau an." Dass Bayern ein eigenes Interessen-Konsortium anführt, sei nur am Rande erwähnt.
Auch Nordrhein-Westfalen will nicht hintanstehen. Inklusive begleitender Unterstützung der Landesregierung sind wohl ebenfalls zwei Bewerberkonsortien im Rennen – wobei derzeit, und das ist durchaus typisch deutsch, noch das eine oder andere mit viel Bedacht geprüft wird. Es bleibt offen, welche Teams tatsächlich ihren Hut in den Ring werfen. Doch das Signal ist klar: Das Rennen um die KI-Zukunft ist eröffnet.
Die Ankündigung der EU-Kommission zur Förderung von KI-Superrechenzentren stößt bei den Bundes- und Landesregierungen auf großen Enthusiasmus. Deutschlands Ziel ist es, mit einer leistungsfähigen KI-Infrastruktur ein internationaler Technologieführer zu werden, wofür mehrere Bundesländer mit eigenen Konsortien in den Startlöchern stehen. Neuere Entwicklungen zeigen, dass sich Deutschland im internationalen Vergleich beeilen muss: Frankreich und Italien investieren ebenfalls massiv in KI und Supercomputing, sodass sich rasch entscheidet, welcher Standort das Rennen macht. Parallel dazu wächst in der deutschen Industrie – etwa in Automobil und Gesundheitswesen – der Druck, Zugang zu Rechenkapazität zu sichern, um nicht abgehängt zu werden. Zudem wurde bekannt, dass die EU-Ausschreibung besonders anspruchsvolle Nachhaltigkeits- und Energieeffizienzkriterien setzt, die in den deutschen Bewerbungen ebenfalls eine maßgebliche Rolle spielen.