UEFA stellt FIFA ein Ultimatum: Europa droht mit radikalem Rückzug

Im eskalierenden Machtkampf zwischen Fußballverbänden schickt die UEFA eine deutliche Warnung an FIFA-Präsident Gianni Infantino: Sollte der Weltverband seine riskanten Investorenpläne durchziehen, stellt Europa gar einen Verzicht auf sämtliche FIFA-Turniere in Aussicht.

heute 17:32 Uhr | 3 mal gelesen

Ein ziemlich denkwürdiger Moment in der Fußballgeschichte könnte sich am Donnerstag abgespielt haben. Diverse Medien berichten übereinstimmend, dass es bei einem außerplanmäßigen Gipfeltreffen der UEFA zum Schulterschluss gegen FIFA-Chef Gianni Infantino gekommen ist: Die Chefs der europäischen Verbände haben offenbar ohne Gegenstimme beschlossen, alle FIFA-Turniere zu boykottieren, falls Infantino seine Strategie umsetzt. Dahinter steckt die Ankündigung der FIFA, in weniger als 100 Tagen massiv Privatkapital einzusammeln und so ein neues, wohl intransparenteres Wettkampfformat ins Leben zu rufen. Nicht nur in mehreren Vorstandsetagen hat diese Nachricht für Unruhe gesorgt. Man spricht hinter vorgehaltener Hand bereits über ein mögliches Fernbleiben Europas von künftigen Weltmeisterschaften. Die Kritik der UEFA ist klar: Wenn ein zentraler Teil der Kontrolle am Weltfußball ausgelagert wird, stehe die ‚Seele des Spiels‘ auf dem Spiel. Es ist schwer zu sagen, wie dieses Seilziehen enden wird – aber dass der Frieden zwischen Zürich und Nyon erstmal passé ist, daran zweifelt wohl kaum jemand im internationalen Fußballzirkus.

Der Konflikt zwischen UEFA und FIFA spitzt sich bedrohlich zu, nachdem die Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino zur Einbindung privater Investoren für neue Turniere veröffentlicht wurden. Die UEFA argumentiert, dass ein solches Vorgehen die Entscheidungsfreiheit des Weltfußballs schwächen und zu externen Einflüssen auf den Sport führen könnte – was einen Präzedenzfall bedeuten würde. Inzwischen drohen sogar einige große europäische Fußballverbände offen mit dem Boykott der kommenden FIFA-Wettbewerbe, sollte Infantino nicht einlenken. Die FIFA sieht im Investorengeld hingegen eine Chance, neue globale Turnierformate und Einnahmequellen zu erschließen. Medienberichten zufolge bleibt das Thema hoch umstritten, nicht zuletzt, weil selbst einige nicht-europäische Verbände Bedenken äußern. Falls der Bruch vollzogen wird, würde dies den internationalen Fußball auf Jahrzehnte verändern und könnte zu einer Neuausrichtung der internationalen Turnierlandschaft führen.

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