Diskussion über Rückkehr zweier Steinmeier-Vertrauter ins Auswärtige Amt erhitzt die Gemüter

Das Auswärtige Amt blockiert aktuell offenbar das Vorhaben, zwei hochrangige Beschäftigte aus dem Umfeld des Bundespräsidenten wieder in ihre alten Verwaltungsreviere zu lassen.

heute 13:02 Uhr | 2 mal gelesen

Laut einem Bericht des „Spiegel“ – ja, ausgerechnet dort – sorgt die neue Debatte rund um Dörte Dinger und Wolfgang Silbermann für einigen Wirbel. Beide standen Frank-Walter Steinmeier während seiner Ministerzeit und als Bundespräsident eng zur Seite, nur stellt sich nun die Frage: Wer darf am Ende tatsächlich zurück ins Auswärtige Amt, und zu welchen Bedingungen? Dinger, derzeit Chefin der Amtsgeschäfte im Bundespräsidialamt, sowie Silbermann, Leiter für internationale Angelegenheiten ebenda, wurden erst nach längerer Zeit „richtig“ verbeamtet – allerdings eben nicht im Außenministerium, sondern später im Präsidialamt. Und jetzt? Nun gibt’s offenbar Widerstand aus dem Ministerium von Johann Wadephul (CDU): Primär deshalb, weil den beiden kein grundsätzlicher Anspruch auf Rückkehr zusteht, da sie einst nur auf Angestelltenbasis im AA starteten. Ursprünglich kamen sie unter Führung von SPD-Mann Steinmeier ins Haus. Hinzu kommt, dass „Nicht-Karriere-Diplomatinnen und -Diplomaten“ im Ministerium traditionell kritisch beäugt werden – verständlich, immerhin hat sich manch einer in der Laufbahn mühselig in die Attaché-Ausbildung gequält. Der leise Vorwurf: Quereinsteiger könnten interessante Posten blockieren. Interessant ist, dass Dinger und Silbermann angeblich bereits durchblicken ließen, dass sie sich notfalls auch mit weniger zufrieden geben würden – ein Botschafterposten, selbst falls er formal eine Gehaltsstufe unter ihrer jetzigen wäre, käme wohl infrage. Präsident Steinmeier selbst soll seine Vertrauten tatkräftig stützen. Dennoch: Das letzte Wort hat Wadephul. Aktuell sieht es nicht so aus, als wolle er den beiden den Wiedereinstieg in den alten Club gewähren. Vielleicht ändert sich das ja noch – gesichert ist nichts.

Im Zentrum steht der Streit um die Wiedereingliederung zweier zentraler Beamter, Dürte Dinger und Wolfgang Silbermann, ins Auswärtige Amt nach ihrer Tätigkeit für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Im Hintergrund schwelt dabei ein tiefergehendes Thema: das Spannungsfeld zwischen klassischen, durch die Attaché-Laufbahn ausgebildeten Berufsdiplomaten und sogenannten Quereinsteigern, die dank politischer Unterstützer erhebliche Karrieresprünge machen – manchmal zum Unmut der »Eigengewächse«. Steinmeier hat sich persönlich für Dinger und Silbermann verwendet, dennoch bleibt die Rückkehr in das Haus unsicher, insbesondere angesichts interner Ressentiments und formaler Rechtsfragen. Frische Recherchen zeigen, wie sich die Debatte in einen allgemeineren Kontext einfügt: Aktuell spitzt sich im AA ein Konflikt zu, ob und wie externe Karrierewege neben der klassischen Diplomatenausbildung gestaltet werden sollten. Auch das Thema Gleichbehandlung und die Rolle persönlicher Netzwerke im öffentlichen Dienst wird hitzig diskutiert. Mit Blick auf den weiteren Verlauf ist kaum absehbar, ob sich die Türen für Dinger und Silbermann tatsächlich öffnen, oder ob die Ministerialbürokratie doch obsiegt.

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