DRK warnt: Ohne verlässliche Mittel droht Zivildienst-Revival ins Leere zu laufen

Hermann Gröhe, Chef des Deutschen Roten Kreuzes, lobt die Debatten um einen neuen Zivildienst – warnt aber deutlich vor halbherzigen Finanzierungsversprechen.

heute 15:45 Uhr | 2 mal gelesen

„Wenn der Staat wirklich über die Rückkehr der Wehrpflicht spricht, dann folgt der Zivildienst zwangsläufig“, betont Gröhe gegenüber der 'Rheinischen Post'. Das DRK kennt sich aus: Jahrzehntelange Praxis im Zivildienst, dazu aktuell größter Player bei den Freiwilligeneinsätzen in Deutschland. Aus Erfahrung weiß man dort, was junge Leute brauchen, um sich freiwillig für andere einzubringen – und was schiefgehen kann, wenn das Fundament nicht stimmt. Sollte ein neuer Zivildienst starten, braucht es kluge Planung im Voraus. Nicht von heute auf morgen, sondern mit klarem Blick und finanzieller Rückendeckung für die Einsatzstellen, so Gröhes Forderung. Niemand hat etwas davon, wenn das Ganze auf wackligen Beinen steht. Und: Falls die Wehrpflicht doch weiter ausgesetzt bleibt, dürfen die Freiwilligendienste nicht länger auf Sparflamme laufen. Gröhe bringt es auf den Punkt: Wer sich engagiert, soll nicht gegen schlechte Bedingungen kämpfen müssen.

Hermann Gröhe, Präsident des DRK, mahnt angesichts der Diskussionen um Wehr- und Zivildienst eine solide, langfristige Finanzierung für einen möglichen neuen Zivildienst an. Das Rote Kreuz, mit breitgefächerter Erfahrung in Freiwilligendiensten, fordert strukturierte Vorbereitung und klare finanzielle Zusagen – andernfalls könnten Einsatzstellen und Motivation junger Menschen Schaden nehmen. Inzwischen melden sich auch andere gesellschaftliche Akteure zu Wort: Die Forderung nach einer Ausweitung der Freiwilligendienste stößt etwa bei Sozialverbänden, aber auch in der Politik auf Zustimmung. Das Bundesfamilienministerium prüft derzeit neue Modelle, wie etwa das Freiwillige Soziale Jahr gestärkt und attraktiver gestaltet werden könnte – finanzielle Anreize oder flexiblere Einsatzsuchzeiten stehen zur Debatte. Breite Einigkeit herrscht darin, dass junge Menschen auf dem Weg zum Engagement unterstützt werden müssen; währenddessen gibt es jedoch Streit über die Finanzierung – viele Träger klagen über zu wenig Planungssicherheit und den Fachkräftemangel, der durch unklare Regelungen verschärft wird.

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