Kerstin Andreae, Leitung des BDEW, äußerte sich am Dienstag gegenüber RTL und ntv gelassen: "Im Augenblick gibt es weder beim Thema Versorgung noch bei möglichen Engpässen ernsthafte Schwierigkeiten in Deutschland." Besonders hebt sie die breite Mischung in unserem Stromangebot hervor. Fast 60 Prozent stamme mittlerweile aus erneuerbaren Quellen. Zusätzlich federn Kohlekraftwerke eventuelle Schwankungen ab. Tatsächlich, so Andreae, sei Deutschland aktuell sogar Netto-Exporter von Strom – ironisch, wenn man bedenkt, dass andernorts auf dem Kontinent düstere Wolken aufziehen. Darüber hinaus sitzt Deutschland im europäischen Energiemix fest im Sattel und kann so notfalls mithelfen, Schwächen anderswo aufzufangen.
Interessant ist noch ein weiterer Aspekt: Die Preise bewegen sich bislang kaum. Die Märkte bleiben entspannt, ein Zeichen gegen überhitzte Sorgen. Und selbst sollten kurzfristige Preissprünge kommen, schützen längerfristige Verträge die meisten Haushalte vor bösen Überraschungen. Die Lage? Eher unspektakulär sicher.
Nach aktueller Lageeinschätzung des BDEW ist die Stromversorgung in Deutschland trotz extremer Trockenheit und niedriger Pegelstände nicht gefährdet. Das liegt vor allem am stark gestiegenen Anteil erneuerbarer Energien, der das Stromnetz flexibler macht – sowie Zusatzkapazitäten durch konventionelle Kraftwerke. Auch der europäische Stromaustausch sorgt für zusätzliche Stabilität, weshalb Experten momentan keine Beeinträchtigung für Endverbraucher erwarten. Neue Recherchen zeigen, dass in mehreren Nachbarländern Europas allerdings die Sorge vor Versorgungsengpässen wächst, da etwa Frankreichs Atomkraftwerke teilweise heruntergefahren werden mussten. Ein weiteres Detail: Deutschlands Exportüberschuss bei Strom hilft dabei, Schwankungen in der Region abzufedern, was das Land zur Stütze für das europäische Netz macht. Bislang gibt es an den Energiemärkten keine Indizien für extreme Preisbewegungen, was Verbraucher kurzfristig zusätzlich beruhigen dürfte.