Ehrenamt in Deutschland: Mehrheit sieht freiwilliges Engagement als demokratisches Fundament

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv betrachtet die überwiegende Mehrheit der Deutschen bürgerschaftliches Engagement als unverzichtbar für die Demokratie – aktiv in Parteien engagieren sich dennoch nur wenige. Ein Kontrast, der nachdenklich macht.

heute 06:02 Uhr | 2 mal gelesen

Neue Zahlen des Meinungsforschungsinstituts Forsa, erhoben für RTL und ntv, rücken das ehrenamtliche Engagement in Deutschland erneut ins Scheinwerferlicht.

Viel Zustimmung für ehrenamtliche Aktivitäten

87 Prozent der teilnehmenden Deutschen empfinden freiwillige Tätigkeiten, unabhängig davon ob sie im Sportverein, in Bürgerinitiativen oder Gewerkschaften stattfinden, als bedeutend für das Funktionieren demokratischer Strukturen.

Nur eine kleine Randgruppe von zehn Prozent misst dem Ehrenamt wenig oder gar keine Relevanz bei, was die fast schon einmütige Wertschätzung bürgerschaftlicher Arbeit eindrucksvoll unterstreicht. Das ist viel, auch wenn Zahlen natürlich manchmal nicht das ganze Bild zeigen.

Wie steht es mit dem eigenen Engagement?

Rund 39 Prozent der Befragten geben an, sich regelmäßig freiwillig einzubringen. Interessant ist, dass sich junge Erwachsene (18 bis 29 Jahre) mit 37 Prozent nur geringfügig seltener engagieren als ältere Menschen – bei den über 60-Jährigen liegt der Anteil bei 41 Prozent.

Das widerlegt ein wenig das gängige Bild vom 'engagierten Rentner' und dem 'bequemen Jugendlichen'. Vielleicht tun wir den Jüngeren manchmal unrecht.

Zurückhaltung bei direkter politischer Beteiligung

Spürbar geringer fällt die direkte politische Mitwirkung aus: Lediglich sieben Prozent sind regelmäßig etwa in Parteien, Gewerkschaften oder Initiativen aktiv. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen nimmt das Engagement nochmals ab – gerade einmal drei Prozent beteiligen sich laut eigenen Angaben regelmäßig politisch.

Das steht in recht krassem Kontrast zu jener Wertschätzung, die dem Ehrenamt grundsätzlich zuteilwird. Da klafft etwas auseinander: Wertschätzung und tatsächliche, vor allem politische Aktivität.

Die Rolle des Ehrenamts im Alltag

Ehrenamtliches Engagement wird seit jeher als essentielle Stütze der demokratischen Kultur Deutschlands betrachtet. Ohne die Arbeit von Freiwilligen wäre vieles schlicht nicht machbar – ob im Sport, bei Hilfsorganisationen oder in Nachbarschaftsprojekten.

87 Prozent der Umfrageteilnehmer bestätigen damit eine alltägliche Erfahrung, die im öffentlichen Leben immer wieder offensichtlich wird. Trotzdem ist der Schritt zu parteipolitischer oder gewerkschaftlicher Beteiligung für viele offenbar recht groß.

Herausforderung für die Demokratie

Die deutliche Diskrepanz zwischen allgemeinem bürgerschaftlichem Einsatz und institutioneller Mitwirkung in Parteien oder Verbänden gibt zu denken: Hier bräuchte es wohl neue Anreize, Zugänge oder andere Formen, um daraus keine Demokratie-Lücke entstehen zu lassen.

Immerhin zeigt sich, wie stark Gesellschaft und Mitmenschlichkeit in Deutschland auf gewachsenes, oft lautloses Engagement zählen dürfen – selbst, wenn die klassischen Parteien davon weniger profitieren. Vielleicht ist das zuletzt auch ein Aufruf, mehr über neue Formen politischer Beteiligung nachzudenken.

Rund 87 Prozent der Befragten in einer aktuellen Forsa-Umfrage betonen die demokratische Bedeutung des Ehrenamts – ein Anteil, der die fundamentale Rolle bürgerschaftlichen Einsatzes in Deutschland unterstreicht.

Wenig politisches Ehrenamt

Gleichzeitig wird deutlich, wie wenige sich tatsächlich in klassischen politischen Strukturen beteiligen: Nur sieben Prozent engagieren sich regelmäßig in Parteien, Bürgerinitiativen oder Gewerkschaften; bei jüngeren Menschen unter 30 sind es sogar lediglich drei Prozent.

Abseits der Zahlen: Debatte um Zukunft des Engagements

Jüngste Presserecherchen berichten, dass dabei vor allem flexible, projektbezogene Engagementformen bei jungen Leuten zunehmen, während starre Parteistrukturen weniger gefragt sind (vgl. Quelle: Süddeutsche Zeitung). Außerdem diskutieren viele Experten, welche neuen Brücken zwischen informellem Ehrenamt und formeller Demokratie geschlagen werden könnten, um politisches Engagement attraktiver zu machen (vgl. Quelle: ZEIT Online). Auffällig sei zudem ein hoher Bedarf an lokaler Wertschätzung, die Vereinen und Initiativen hilft, Ehrenamtliche langfristig zu halten (Quelle: FAZ).

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