An den Zahlen hat sich gegenüber der Vorwoche praktisch nichts geändert: Die Grünen stagnierten bei 16 Prozent, SPD sowie Linkspartei verharren bei 12 Prozent, die FDP bekommt weiterhin nur 4 Prozent, und sonstige Parteien teilen sich zusammen 7 Prozent. Erstaunlich ist der hohe Anteil an Nichtwählern und Unentschlossenen, der mit 30 Prozent weit über dem lag, was man bei der letzten Bundestagswahl erlebt hat – damals waren es rund 18 Prozent. Das sogenannte Kompetenz-Ranking sieht die AfD weiterhin vor der Union: 13 Prozent der Befragten trauen ihr am ehesten zu, Deutschlands Lage in den Griff zu bekommen. CDU und CSU stehen unverändert bei 12 Prozent, anschließend kommen Grüne und Linke jeweils auf 6 Prozent, die SPD rückt mit 5 Prozent minimal vor. Insgesamt bleibt das Misstrauen in die Politik auf einem bemerkenswerten Niveau – mehr als die Hälfte aller Deutschen (55 Prozent) glaubt keiner einzigen Partei (Tendenz weiter rückläufig). Besonders bitter läuft es für Friedrich Merz: Seine Kanzlerrolle überzeugt nur noch 13 Prozent, während 85 Prozent ihm eine schlechte Bilanz ausstellen. Nicht einmal die eigene Anhängerschaft steht mehr sicher hinter ihm – eine knappe Mehrheit (54 Prozent) der Union-Anhänger blickt mittlerweile kritisch auf ihren Vorsitzenden. Man fragt sich, wie lange das den innerparteilichen Nerven standhält.
Die Forsa-Daten zeigen sehr deutlich, wie festgefahren die politische Landschaft derzeit ist. Die AfD profitiert stark vom allgemeinen Frust und mangelnden Vertrauen in die etablierten Parteien, insbesondere die Union schwächelt sowohl bei den reinen Umfragewerten als auch beim Image. Immer mehr Wähler:innen ziehen sich ins Lager der Nichtwähler zurück oder schwanken unentschlossen, was die politische Unsicherheit weiter verschärft. Inzwischen mehren sich Stimmen – etwa aus der Wirtschaft, aber auch aus Wissenschaft und Medien –, die die anhaltende Schwäche der klassischen "Volksparteien" als Warnsignal für eine drohende politische und gesellschaftliche Polarisierung sehen. Jüngere Studien, beispielsweise vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, unterstreichen, dass Sorgen um Migration, Inflation und soziale Spaltung die Entwicklung maßgeblich beeinflussen.