Dass die Freien Wähler sich auf Bundesebene neu aufstellen wollen, ist nicht ganz unerwartet, aber so offensiv wie Mehring das zuletzt formuliert, klingt es fast nach einem politischen Paukenschlag. Er argumentiert in der 'Augsburger Allgemeinen', man solle endlich das tun, was die CDU und CSU seit Jahrzehnten vormachen: die Stärken in den jeweiligen Hochburgen bündeln. Bayerische Durchschlagskraft einerseits, bundesweite Netzwerke der FDP andererseits – daraus entstünde in seinen Worten ein echtes „Bündnis der Freiheit“. Ob das die gewohnte politische Landschaft durcheinanderwirbeln würde? Möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich. Er glaubt jedenfalls, gemeinsam werde man mühelos die Fünf-Prozent-Hürde packen und als frische Kraft der Mitte im Bundestag mitmischen. Bei den Freien Wählern kommt dieser Gedanke erstaunlich gut an: Mehring berichtet, dass bei Gesprächen regelmäßig Zustimmung aufblitzt. Andererseits – zeigen sich alle wirklich so offen, oder wäre da doch noch Skepsis, etwa wegen programmatischer Differenzen? Die Frage bleibt im Raum stehen, wie das Konstrukt auf Bundesebene tatsächlich funktionieren könnte. Ein überraschender Gedanke taucht auf: Hätte ein gemeinsamer Bundestagswahlkampf nicht einen ganz eigenen Reiz? Oder wäre es doch nur ein Zweckbündnis, das an einem viel zu engen ideologischen Spagat scheitert? Die Zukunft wird es zeigen – Politik lebt schließlich von solchen Experimenten.
Fabian Mehring, einer der lauteren Stimmen der Freien Wähler, bringt mit seinem Vorstoß frischen Wind in die Debatte um bürgerliche Allianzen: Ein Zusammenschluss mit der FDP auf Bundesebene, ganz nach dem CDU/CSU-Vorbild, soll neue Mehrheiten ermöglichen. Interessanterweise erhält dieser Plan schon im eigenen Lager viel Zuspruch – ein deutlicher Fingerzeig für mögliche Richtungsänderungen. Allerdings sind nicht alle Fragen geklärt: Unterschiedliche Programmatik, personelle Eitelkeiten oder Abstimmungsprobleme könnten zum Stolperstein werden.
Aus aktuellen Medienrecherchen ergibt sich, dass der Ruf nach neuen politischen Bündnissen in Deutschland derzeit häufiger laut wird – die Unzufriedenheit mit den traditionellen Koalitionen ist spürbar. Die FDP und Freie Wähler zeigen dabei verstärkt Interesse an einer Positionierung als „Kräfte der Mitte“, vor allem vor dem Hintergrund sinkender Umfragewerte und wachsender Konkurrenz durch andere neue Parteien. Laut Experteneinschätzungen könnte ein solches Bündnis zwar kurzfristig Dynamik entfalten, müsste aber grundsätzliche Unterschiede – bei Finanzpolitik, gesellschaftlichen Werten und Klima – erst einmal überbrücken, damit es wirklich Bestand hat.