Gewerkschaft sieht großes Problem bei Alkoholverbot an Bahnhöfen

Die Vorstellung, Alkohol an Bahnhöfen oder in Zügen komplett zu verbannen, stößt bei der Bundespolizei auf massive praktische Hindernisse – aktuell fehlt es schlicht an Personal, um ein solches Verbot wirklich überwachen zu können.

vor 11 Minuten | 2 mal gelesen

Alexander Poitz, der Vizechef der Polizei-Gewerkschaft, hat sich ziemlich klar positioniert: Ein Alkoholverbot an Bahnhöfen klingt auf dem Papier vielleicht einfach, aber wer soll das eigentlich alles kontrollieren? Die Polizei leidet ohnehin schon unter mehr Überstunden als gesund ist, viele Kollegen sind krank, und dann laufen parallel noch Großveranstaltungen und Grenzkontrollen. Da bleibt schlichtweg keine Zeit, sich auch noch massenhaft um Bierdosen und Sektflaschen im Bahnhof zu kümmern. Noch dazu: Ein Verbot, das nur am Bahnhof gilt, während im Zug weiter getrunken werden darf – ergibt das Sinn? Aus seiner Sicht jedenfalls nicht. Im Grunde, so Poitz, wäre ein Alkoholverbot nach den jüngsten Gewaltausbrüchen in Zügen und auf Bahnsteigen durchaus ein sinnvolles Signal. Aber solange das Personal knapp bleibt, dürfte das alles eher ein symbolischer Kraftakt sein. 100% Kontrolle, das glaubt er, wird es nicht geben.

Die Debatte um ein Alkoholverbot an Bahnhöfen und in Zügen hat Fahrt aufgenommen, nicht zuletzt durch Vorfälle mit Gewalt und mangelndem Sicherheitsgefühl. Die Gewerkschaft der Polizei stellt jedoch klar, dass die Infrastruktur für flächendeckende Kontrollen im Moment fehlt: Unterbesetzung, Überstunden und andere Prioritäten wie grenznahe Einsätze lassen ein flächendeckendes Verbot fast utopisch wirken. In diversen Medien wird außerdem eine mögliche Zunahme von Konflikten durch Kontrollversuche selbst thematisiert, da das Durchsetzen eines solchen Verbotes das ohnehin ausgelastete Personal zusätzlich belastet. Laut Recherchen gilt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern Deutschland eher als liberal im Umgang mit Alkoholkonsum im öffentlichen Raum, während beispielsweise Frankreich oder Großbritannien bereits teils restriktive Maßnahmen umgesetzt haben. Aktuelle politische Diskussionen fordern alternative Lösungen wie verstärkte Präventionsangebote oder temporär beschränkte Verbotszonen an Hotspots.

Schlagwort aus diesem Artikel