Harte Urteile für Mitglieder der ‚Letzten Verteidigungswelle‘

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat gegen sieben Beteiligte sowie einen Unterstützer der rechtsextremen Gruppe ‚Letzte Verteidigungswelle‘ teils mehrjährige Haftstrafen verhängt. Die Strafen reichen von über zwei Jahren bis maximal fünf Jahren Gefängnis.

heute 13:09 Uhr | 3 mal gelesen

Ein weiterer aus der Gruppe kommt mit einer Bewährungsstrafe davon – konkret: anderthalb Jahre auf Probe. Den Angeklagten, allesamt junge Männer, wurde vorgeworfen, eine terroristische Vereinigung gegründet oder unterstützt zu haben. Dazu gesellen sich noch schwerwiegendere Vorwürfe wie versuchter Mord, Planung von Tötungsdelikten und gefährliche Körperverletzung. Besonders erschütternd: Einer von ihnen war zum Zeitpunkt gewisser Übergriffe erst 14 Jahre alt – was einem dann doch die Dimension der Radikalisierung unter Jugendlichen vor Augen führt. Ich frage mich oft, wie schnell so etwas passieren kann – und wie viele gescheiterte Präventionsversuche es da im Vorfeld gegeben haben muss. Es gibt so ein diffuses Gefühl von Beklemmung, wenn selbst bei Heranwachsenden schon derartiges Gedankengut um sich greift. Gerechtigkeit? Ja, sicherlich. Aber das Gefühl, dass hier etwas grundsätzlich falsch läuft, bleibt.

Im Urteil gegen Mitglieder der ‚Letzten Verteidigungswelle‘ sah das Oberlandesgericht Hamburg die Tatvorwürfe zum Großteil als erwiesen an. Neben den sieben Haftstrafen wurde ein Angeklagter zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt, wobei der Jüngste bei einigen Straftaten erst im frühen Teenageralter war – ein Detail, das sowohl Justiz als auch Öffentlichkeit vor ernüchternde Fragen nach Ursachen und Konsequenzen stellt. Währenddessen bleibt unklar, wie viele ähnlich gefährdete Jugendliche längst unbemerkt in solchen Strukturen drinstecken – ein Punkt, den etliche aktuelle Debatten etwa um Online-Radikalisierung und Prävention immer wieder aufwerfen. Zudem hat der Prozess das Ausmaß rechtsextremer Vernetzung und die Herausforderungen für Ermittlungsbehörden in den Fokus gerückt. Laut mehreren Medienquellen im Netz steht dies exemplarisch für die wachsende Sorge vor neuen, meist digital organisierten extremistischen Gruppen, deren Mitglieder teils erschreckend jung sind.

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