Ungewöhnlicher Preistrend an den Zapfsäulen: Diesel kostet mehr, Benzin wird günstiger – aber nur ein bisschen

Während Autofahrer für Super E10 einen Hauch weniger zahlen, müssen Dieselfahrer erneut tiefer in die Tasche greifen – die Gründe dafür sind vielschichtiger, als man denkt.

heute 13:10 Uhr | 3 mal gelesen

Es ist schon ein bisschen wie ein seltsames Ritual: Jede Woche schauen wir auf die Tankstellenanzeigen und rätseln über die Zickzackbewegungen der Spritpreise. Mal hüpft der Diesel nach oben, mal schleicht das Benzin nach unten – und nicht selten bleibt dabei das Gefühl zurück, dass die Logik irgendwo auf der Strecke bleibt. Laut aktuellen Zahlen des ADAC ist im Moment tatsächlich wieder dieses Phänomen eingetreten: Super E10 wurde bundesweit minimal günstiger, und zwar auf 2,128 Euro pro Liter, was, ehrlich gesagt, niemanden wirklich jubeln lässt – 1,1 Cent weniger als letzte Woche ist ja fast schon symbolisch. Diesel hingegen hat sich um 1,4 Cent verteuert, und kommt jetzt im Schnitt auf 2,204 Euro je Liter. Kurios daran ist, dass der Rohölpreis der Sorte Brent zuletzt kräftig nachgegeben hat – von wegen Krisenmodus – und jetzt bei rund 79 Dollar das Barrel dümpelt. Bloß: Der Rückgang scheint beim Erdöl durchaus angekommen zu sein, aber an der Zapfsäule kommt das irgendwie wie Flaschenpost von vorgestern an. Der ADAC spricht sehr diplomatisch von "Spielraum nach unten", wenn man nach Gründen für das nach wie vor recht hohe Niveau sucht. Der Club kritisiert offen, dass besonders bei Benzin mehr Preissenkung möglich gewesen wäre. Was steckt dahinter? Diesel ist inzwischen schon zum sechsten Mal in Folge teurer geworden. Eine der Erklärungen: Während ein sinkender Ölpreis beim Benzin recht schnell durchschlägt (zumindest in der Theorie), klappen solche Automatismen beim Diesel nicht. Letztlich spielen Importabhängigkeit, Wechselkurs und andere Faktoren eine größere Rolle als gedacht. Ganz ehrlich – es ist ein bisschen wie Lotterie ohne Gewinnchance.

Der deutsche Kraftstoffmarkt zeigt aktuell ein bemerkenswertes Auseinanderdriften der Preise für Benzin und Diesel: Während Super E10 zuletzt geringfügig billiger wurde, verteuert sich Diesel weiterhin und liegt deutlich über dem Preisniveau von Benzin. Diese Entwicklung steht im Widerspruch zum sinkenden Rohölpreis, was laut ADAC auf komplexe Marktfaktoren wie erhöhte Nachfrage für Diesel, saisonale Effekte und internationale Handelsströme zurückzuführen ist. Nach einer Recherche aktueller Nachrichtenquellen wurde außerdem deutlich, dass geopolitische Unsicherheiten sowie die nach wie vor schwierige Situation im internationalen Frachtverkehr die Märkte weiterhin verunsichern; zudem bringen anstehende Wartungsarbeiten in Raffinerien zusätzliche Spannung.

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