Huthi-Kämpfer besetzen strategische Schlüsselinsel Perim – Bab al-Mandab unter ihrer Kontrolle

Eine überraschende Wende am Horn von Afrika: Huthi-Milizen kontrollieren nun die Insel Perim und somit die gesamte jemenitische Küstenlinie am Roten Meer. Damit steht die Kontrolle einer der bedeutendsten Seepassagen der Erde auf dem Spiel.

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Am vergangenen Freitag hat sich ein brisanter Machtwechsel im südlichen Roten Meer ereignet: Die als Huthis bekannten Rebellen haben laut verschiedenen Quellen die Insel Perim (Mayyun) eingenommen. Regierungsnahe Truppen, die bislang die Kontrolle hielten, zogen sich offenbar kampflos zurück.

Huthis sichern Küstenstreifen – Präsenz auf Inseln wächst

Wie Menschen vor Ort berichten, erreichten bewaffnete Huthi-Verbände die Insel, kaum dass sich die regulären Soldaten zurückgezogen hatten. Entlang der sensiblen Meerenge Bab al-Mandab wurden neue Kontrollpunkte errichtet und Militärfahrzeuge überwachten die Küstenabschnitte.

Neben Perim gelang es den Huthis gemäß jemenitischen Angaben außerdem, die gesamte Rotmeerküste von Jemen unter ihre Kontrolle zu bringen. Nach der Eroberung der Hafenstadt Mocha hat die Gruppierung ihre Macht weiter nach Süden ausgedehnt, und hat nun neben Perim auch die benachbarte Insel Zuqar fest im Griff.

Bab al-Mandab – Nadelöhr des Welthandels

Bab al-Mandab, oft kaum auf der Landkarte zu finden, spielt in der globalen Logistik unerwartet eine Hauptrolle. Als Querverbindung zwischen Rotem Meer und Indischem Ozean passieren hier Tag für Tag unzählige Schiffe, viele beladen mit Erdöl, Gas, industriellen Rohstoffen oder Konsumwaren.

Insbesondere seitdem die Straße von Hormus immer wieder politisch blockiert oder militärisch bedroht wird, ist Bab al-Mandab als Ausweichroute wichtiger denn je. Sollte diese Passage ausfallen oder unsicher werden, geraten Lieferketten weltweit ins Wanken. Eine Kontrolle durch die Huthis weckt daher bei vielen Schifffahrtsunternehmen und Regierungen mindestens Stirnrunzeln, wenn nicht offene Sorge.

Regierungsreaktion – ein Vakuum?

Erstaunlicherweise reagierte die international anerkannte Regierung des Jemen bislang kaum öffentlich auf den Verlust von Perim. Konkrete britische oder saudische Unterstützungszusagen blieben ebenso aus wie Pläne für einen Gegenschlag.

Ob es sich hierbei um eine Absicht, strategisches Zögern oder schieren Machtverlust handelt – die Unsicherheit bleibt. Klar ist, dass die Huthis mit jedem Kilometer Küstenlinie ihren Einfluss über die internationalen Routen im Roten Meer behaupten.

Das globale Gewicht lokaler Konflikte

Perim – eine kleine Insel, selten im Rampenlicht – wird so fast über Nacht zur geopolitischen Schaltstelle. Die Nachbarn am Horn von Afrika, aber auch die EU und die USA könnten durch blockierte Wasserwege, steigende Frachtpreise und längere Versandwege direkt betroffen sein. Handelsversicherer, aber auch die vielen Akteure in Export und Import, beobachten die Vorgänge daher mit hoher Anspannung – wohl wissend, dass die nächste Eskalation neue Preise und Engpässe bedeuten könnte.

Persönliche Notiz – Unsicherheit an den Fahrwassern

Mir bleibt nach dieser Entwicklung ein etwas mulmiges Gefühl. Strategische Engstellen wie Bab al-Mandab zeigen, wie fragil globale Routen sind – und wie politische Machtverschiebungen auch in weit entfernten Regionen die Regale im Supermarkt hier beeinflussen können. Niemand weiß, wie lange die Huthis die Kontrollmacht halten – oder was als nächstes passiert. Aber sicher ist: Die Welt schaut jetzt genauer aufs südliche Rote Meer.

Kernpunkte auf einen Blick

Die Huthi-Miliz hat mit der Übernahme von Perim und der Kontrolle der jemenitischen Rotmeerküste eine zentrale Position an einer der wichtigsten maritimen Engstellen der Welt erlangt. Durch die Besetzung des Bab al-Mandab-Korridors, einer Route, durch die etwa zehn Prozent des globalen Warenhandels verlaufen, wächst die geopolitische Unsicherheit – vor allem für Energie- und Gütertransporte zwischen Asien, Afrika und Europa.

Bislang gibt es von der international anerkannten jemenitischen Regierung keine erkennbare Strategie, wie auf diese Entwicklung reagiert werden soll. Maritime Experten verweisen auf eine wachsende Bedrohung für den Schiffsverkehr durch mögliche Angriffe oder Blockaden; die Risiko- und Versicherungskosten steigen bereits.

Recherchen bei Deutsche Welle und anderen Portalen belegen, dass es in den letzten Tagen zu sämtlichen Schiffsbewegungen im Gebiet bereits starke Einschränkungen gab. Deutsche und europäische Logistiker warnen inzwischen vor empfindlichen Lieferkettenstörungen, sollten die Ungewissheiten andauern. Einige Stimmen in der internationalen Sicherheitspolitik diskutieren zudem eine mögliche Ausweitung internationaler Marineeinsätze im Roten Meer.

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