Dass der DFB mal wieder an den Schrauben der Ligensysteme dreht, das verwundert eigentlich keinen mehr – diesmal jedoch geht’s ans Eingemachte: Für den 18. Dezember 2026 kündigte der Deutsche Fußball-Bund einen außerordentlichen Bundestag an, in dessen Mittelpunkt ein womöglich historischer Umbau der Regionalliga steht.
Reform: Mehr Aufstieg, weniger Frust?
Der Plan klingt fast visionär: Künftig sollen sämtliche Regionalliga-Meister ohne Umweg per Relegation den Sprung in die 3. Liga schaffen. Das Kompassmodell soll dieses Versprechen einlösen, indem es die Zahl der Staffeln von fünf auf vier trimmt – was am Papier simpel aussieht, sich aber in der Praxis mit Sicherheit ziehen und knirschen wird.
Das Prinzip? Vier Gruppen mit je 20 Teams, jedes Jahr flexibel und geografisch neu sortiert. Eigentlich ganz charmant, wenn man nicht gerade ein Fan traditioneller Rivalitäten ist, die auf dem Altar der Neusortierung geopfert werden könnten.
Aufbruch oder Chaos?
Spannend ist die vorgesehene Übergangsphase: Die Saison 2027/28 dient als Qualifikationsrunde, damit 2028/29 erstmals die neue Regionalliga-Landkarte gilt. Der DFB schiebt sich dabei als zentraler Organisator in den Vordergrund – ein Schritt, der nicht jedem Funktionär gefallen dürfte. Zwischen Chance auf Klarheit und drohendem Flickenteppich bewegt sich das Modell irgendwo dazwischen.
Zwischen Pragmatismus und Vision
DFB-Präsident Neuendorf gibt sich indes diplomatisch: Die aktuelle Situation sei „nicht gerade ein Anreiz für Vereine, ambitioniert zu investieren“, räumt er ein. Tatsächlich können ambitionierte Klubs heute trotz Meistertitel am Aufstieg scheitern – ein echter Stolperstein für die Budget- und Kaderplanung, ganz zu schweigen vom Frust der Fans. Die geplante Übernahme der Liga-Organisation durch den DFB soll dieser Unsicherheit perspektivisch ein Ende setzen.
Hoffnung auf weniger Bürokratie – und mehr Fußball
Wer weiß, vielleicht zündet das Kompassmodell sogar neue Begeisterung: Klarere Strukturen bei Aufstieg, Spielbetrieb und Talentförderung könnten nicht nur Planbarkeit schaffen. Sie sind auch ein Signal, dass der Unterbau des Profifußballs – zuweilen stiefmütterlich behandelt – nicht völlig vergessen ist. Natürlich, endgültige Details und die tatsächliche Umsetzung stehen noch aus. Bis dahin? Bleibt viel zu diskutieren – und eine gewisse Skepsis im Raum.
Der Deutsche Fußball-Bund plant, im Dezember 2026 auf einem Sonder-Bundestag eine grundlegende Reform der Regionalliga zu beschließen. Das sogenannte Kompassmodell sieht vor, die fünf Staffeln auf vier zu reduzieren, sodass jeder Regionalliga-Meister einen garantierten Aufstiegsplatz in die 3. Liga erhält. Diese Neuerung soll ab der Saison 2028/29 gelten, mit einer Übergangs-Qualifikationssaison 2027/28. Ziel ist, die Durchlässigkeit zu erhöhen und finanzielle wie sportliche Risiken für Vereine zu begrenzen. Bereits jetzt gibt es im deutschen Fußball breite Diskussionen – unter anderem wegen der Sorge, dass regionale Identitäten verloren gehen oder kleine Vereine sportlich abgehängt werden. Neuere Artikel berichten außerdem, dass der DFB mit ähnlichen Strukturreformen in der Vergangenheit immer wieder auf Widerstand aus den Landesverbänden gestoßen ist – Skepsis bleibt also, ob das Modell in dieser oder einer anderen Form umgesetzt wird. In den vergangenen zwei Tagen wurde unter anderem über eine mögliche Verschiebung des Bundestags-Termins spekuliert, weil einzelne Verbände noch Nachbesserungsbedarf sehen (vgl. www.sueddeutsche.de, www.spiegel.de und www.faz.net).