Junges Unternehmen erhält Großauftrag für europäisches Satellitennetzwerk Iris 2

Das belgische Start-up Aerospacelab wird den Löwenanteil am EU-Projekt Iris 2 stemmen: 264 von 348 Satelliten stammen von der Firma.

heute 08:59 Uhr | 2 mal gelesen

Das ‚Handelsblatt‘ stützt sich auf diverse, mit der Sache vertraute Quellen und berichtet: Aerospacelab aus Belgien hat den Zuschlag für den Bau von 264 Iris-2-Satelliten erhalten – ein Gesamtvolumen von mindestens 1,8 Milliarden Euro. Das Projekt markiert einen echten Wandel: Zum ersten Mal wird ein so zentraler Bereich der europäischen Raumfahrt von einem Jungunternehmen betreut – eher untypisch, denn bislang dominierten Platzhirsche wie Airbus den Markt. Für Airbus ist das nun erst recht ein Dämpfer, auch wenn sie keine Stellung dazu beziehen wollen; laufende Verhandlungen und so… Für Deutschland bleibt immerhin ein Achtungserfolg: Die Firma OHB aus Bremen baut die 18 MEO-Satelliten, die auf höheren Umlaufbahnen unterwegs sind. Auch hier hält man sich wie üblich bedeckt, doch der Auftrag dürfte knapp eine Milliarde wert sein. Interessant, wie sich die Machtverhältnisse verschieben – hätte man vor ein paar Jahren kaum erwartet.

Aerospacelab tritt mit dem Bau von 264 Satelliten für das EU-Projekt Iris 2 ins Rampenlicht und verdrängt damit etablierte Branchenriesen wie Airbus von zentralen Projektbereichen. Iris 2 soll als europäische Antwort auf Starlink eine unabhängige, sichere Satellitenkommunikation bereitstellen – insbesondere für Behörden, Armeen und kritische Infrastruktur der EU. OHB steuert 18 Saturn-MEO-Satelliten im Wert von fast einer Milliarde bei; offen bleibt jedoch, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Newcomern und den etablierten Playern künftig entwickelt. Nach neuesten Recherchen hat die EU-Kommission inzwischen das Konsortium rund um die Aufträge offiziell bestätigt, wobei der Zeitplan für einen Großteil der geplanten Starts ab 2027 steht. Allerdings gibt es Bedenken, ob junge Firmen wie Aerospacelab die enormen technologischen und logistischen Herausforderungen wirklich meistern können oder ob Verzögerungen drohen – in der Branche kursiert eine gewisse Skepsis, aber auch erhoffte Aufbruchsstimmung.

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