Lkw-Fahrverbot: Aufhebung bringt nur begrenzten Zusatzverkehr

Trotz zeitweiser Freigabe der Straßen für Lkw an Sonntagen wegen Niedrigwasser, bleibt der erwartete Anstieg im Gütertransport aus. Der Branchenverband BGL sieht lediglich eine leichte Zunahme – die Nutzung sei eher zurückhaltend. Vorstandssprecher Dirk Engelhardt äußert sich gegenüber der "Rheinischen Post" nüchtern: Bisher gab es kein Verkehrschaos.

heute 00:02 Uhr | 2 mal gelesen

Die seit kurzem geltende partielle Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lkw sollte eigentlich helfen, das Transportvolumen zu sichern, vor allem weil niedere Pegelstände auf den Flüssen die Binnenschifffahrt schwächen. In der Realität wird das Angebot von Speditionen jedoch nur zögerlich angenommen. Beispiel Nordrhein-Westfalen: Hier rollen zwar ein paar mehr Laster als sonst übers Wochenende – aber von einer Lawine an Transporten kann absolut keine Rede sein. Staumeldungen? Fehlanzeige. In Bayern scheint die Lage noch entspannter, fast schon wie immer, berichten Beobachtungen. Ein Deutschland-weiter Run auf die Straßen? Bis dato Ausbleiben. Die Gründe klingen einleuchtend: Weder mehr Fahrer noch mehr erlaubte Lenkzeiten werden durch die Ausnahme geschaffen – was theoretisch möglich wäre, bleibt praktisch oft aus. Und dann ist da noch der menschliche Faktor: Wer will schon strikt an jedem Sonntag sitzen und fahren, selbst wenn es technisch ginge? Eine Motivation, die in vielen Betrieben offenbar fehlt.

Die temporäre Lockerung des Lkw-Fahrverbots an Sonntagen, ausgelöst durch Niedrigwasser und Versorgungsengpässe, wirkt sich bislang nur begrenzt auf das reale Transportaufkommen aus – vor allem in Nordrhein-Westfalen und Bayern ist dies spürbar. Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) registriert ein eher zurückhaltendes Echo seitens der Unternehmen; viele stoßen aus personellen, gesetzlichen und schlicht menschlichen Gründen an Grenzen, denn zusätzliche Fahrten setzen schlicht mehr Personal und höhere Lenkzeiten voraus, die aber nicht automatisch vorhanden sind. Während die Maßnahme logistisch sinnvoll erschien, steht für viele Branchenaktive scheinbar der Nutzen noch infrage – vor allem da Fahrpersonal selbst bei temporärer Lockerung skeptisch bleibt und eine dauerhafte Entspannung der Lieferkettensituation bislang ausbleibt. Aktuelle Schlagzeilen unterstreichen zudem, dass auch die weiterhin angespannte Situation auf den deutschen Flüssen ein entscheidender Engpass für den Gütertransport bleibt.

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