Mehr Unfälle: Kinder werden im Straßenverkehr immer häufiger zu Opfern

Erschreckende Bilanz: Im Jahr 2025 wurde in Deutschland in nicht einmal jeder zwanzigsten Minute ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt oder tödlich getroffen.

vor 34 Minuten | 1 mal gelesen

Schockierende Zahlen, die das Statistische Bundesamt vorgelegt hat: Im Jahr 2025 ereigneten sich laut Destatis rund 29.270 Verkehrsunfälle mit Kindern unter 15 Jahren – das bedeutet, jede Stunde sind etwa drei Kinder betroffen. Im Vergleich zu 2024 ist das ein Anstieg von sieben Prozent. Noch besorgniserregender ist der Anstieg der Todesopfer unter Kinderen, die 2025 im Straßenverkehr ums Leben kamen: von 53 auf 74. Ein kurzer Rückgang während der Corona-Jahre 2020 und 2021 erwies sich leider nur als temporäres Phänomen – seitdem steigt die Unfallgefahr für junge Verkehrsteilnehmer wieder deutlich an. Auffällig ist: In allen Altersstufen ist die Zahl der getöteten Kinder gestiegen. Besonders hart trifft es die ganz Kleinen – bei den unter Sechsjährigen erhöhte sich die Zahl der Todesopfer von 18 auf 30. Bei 6- bis 9-Jährigen gab es einen leichten Anstieg von 15 auf 17, bei 10- bis 14-Jährigen starben 27 Kinder (im Vorjahr 20). Betroffen sind vor allem Kinder als Mitfahrer im Auto (von 21 auf 31 gestiegen), daneben nahm auch die Zahl der getöteten Radfahrer (8 auf 13) und erstmals auch die Zahl bei E-Scooter-Nutzung (erstmals 4 Todesfälle) zu. Die kritischen Zeiten lassen sich fast auf den Stundenplan legen: Zwischen 7 und 8 Uhr morgens, also dann, wenn der Schulweg beginnt, ist das Risiko am höchsten – fast jedes achte Kind, das 2025 verunglückte, war zu dieser Uhrzeit unterwegs. In den Nachmittagsstunden gibt es weitere Unfallspitzen, vor allem zwischen 13 und 17 Uhr. Betrachtet man, womit Kinder unterwegs sind, ergibt sich ein differenziertes Bild. Über ein Drittel (34 Prozent) der verunglückten Kinder saß gerade auf dem Fahrrad, 31 Prozent waren im Auto, 20 Prozent zu Fuß und immerhin 8 Prozent mit dem E-Scooter. Ein Blick in die Altersgruppen: Die Jüngsten sind fast ausschließlich als Mitfahrer im Auto Opfer von Unfällen (55 Prozent). Mit steigendem Alter werden Kinder unabhängiger im Straßenverkehr – Unfälle als Radfahrer oder Fußgänger nehmen deutlich zu.

Im Jahr 2025 kam es zu einer deutlichen Zunahme von Unfällen mit Kindern im Straßenverkehr, wobei nicht nur die Zahl der Verletzten, sondern besonders die Zahl der tödlich verunglückten Kinder stark angestiegen ist. Verkehrsexperten warnen regelmäßig, dass mangelnde Infrastruktur wie ungesicherte Zebrastreifen oder fehlende Fahrradwege die Sicherheit für junge Verkehrsteilnehmer weiter verschärfen – eine Entwicklung, die schon seit Jahren kritisch diskutiert wird. Auch neue Verkehrsmittel wie E-Scooter spielen mittlerweile eine immer größere Rolle beim Unfallgeschehen unter Kindern, was Gesetzgeber und Städteplaner vor eine zusätzliche Herausforderung stellt. Die latente Gefahr auf Schulwegen und die Debatte um Tempolimits, mehr Kontrollen oder Programme zur Verkehrsaufklärung sind weiterhin brennende Themen – Initiativen wie etwa die bundesweite Fahrradhelmkampagne zeigen zumindest punktuelle Wirkung, doch der Trend ist negativ.

Schlagwort aus diesem Artikel