Wie Özden Terli jüngst gegenüber der 'Rheinischen Post' äußerte, befinden wir uns derzeit in einer Art 'Pulverfass-Lage' – es reicht schon ein kleiner Funke, und große Teile Europas könnten Feuer fangen. Die Sommerhitze treibt die Verdunstung rasant voran; der Boden trocknet so schnell aus, dass die Feuchtigkeit förmlich verdampft, noch bevor sie einsickern kann. Ein bisschen wirkt es, als ob wir nur mit Glück bislang von Bränden verschont geblieben sind – oder eben, weil viele Menschen aufmerksam und vorsichtig sind. Doch ein Hoffnungsschimmer? Fehlanzeige. Auch wenn sich das Wetter mit etwas Regen und Gewittern bald etwas instabiler zeigen soll: Terli mahnt, dass selbst starker Regen von den harten Böden nicht aufgenommen wird – es braucht längere, kontinuierliche Niederschläge, die aktuell schlicht nicht in Sicht sind.
Klimaschutz ist für Terli kein „Nice to have“ mehr, sondern längst eine überfällige Notbremse. Die jetzige Situation sei die direkte Folge verpasster Chancen und zu langer Untätigkeit beim Klimaschutz. Seine zentrale Forderung: radikales Umdenken weg von Öl, Gas und Kohle – ansonsten, so die Warnung, wird es sowohl teuer als auch gefährlich.
Die Grünen sehen sich bestätigt und drücken beim Bund aufs Tempo: Feuerwehrwachen müssten dringend saniert werden, insbesondere die in kleinen Orten. Laut Marcel Emmerich, innenpolitischer Sprecher der Fraktion, sollten gerade kleinere Gemeinden bei den hohen Kosten nicht allein gelassen werden. Eine gute Ausstattung der Feuerwehren sei der einzig zuverlässige Schutz für die Bevölkerung, und der Sanierungsstau bei den etwa 24.000 Standorten in Deutschland ist gewaltig.
Die SPD wiederum wirft eine neue Idee in den Ring – eine Bundesfeuerwehr, die speziell für Großbrände zuständig sein soll. Fraktionsvize Esra Limbacher meint: Wenn alles brennt, darf das niemanden mehr überraschen. Und vielleicht trifft dieses Bild den Nagel heute mehr denn je auf den Kopf.
Özden Terli warnt eindringlich: Wegen extremer Trockenheit und Hitze ist die Waldbrandgefahr so hoch wie lange nicht mehr, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Der Mangel an anhaltendem Regen verstärkt die Risiken, da selbst angekündigte Schauer kaum helfen, tief in die ausgedörrten Böden einzudringen. Gefordert sind jetzt langfristiger Klimaschutz, Investitionen in Feuerwehrinfrastruktur und sogar neue Konzepte wie eine zentrale Bundesfeuerwehr, um auf immer größere Waldbrandgefahren vorbereitet zu sein.
Aktuelle Berichte bestätigen Terlis Mahnungen: In Süddeutschland und Brandenburg gab es in den letzten Tagen bereits erste größere Brände, bei denen der Personaleinsatz enorm war und Löschhubschrauber benötigt wurden. International betrachtet meldet Italien ebenfalls eine drastische Zunahme der Brandflächen im Vergleich zu den Vorjahren; viele Brände werden durch fahrlässiges Verhalten ausgelöst. Nach neuesten Studien stehen auch Frankreich und Spanien dieses Jahr vor Herausforderungen, da die Wälder nach den letzten extrem trockenen Sommern nicht mehr ausreichend regenerieren konnten – Experten sehen darin eine direkte Folge des voranschreitenden Klimawandels.