Wenn einer der drei Staaten angegriffen wird, gilt es ab heute als Angriff auf alle. Dieses Prinzip wurde am Freitag bei einem in Mekka abgehaltenen Gipfel verankert. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der türkische Präsident Erdogan und Pakistans Premierminister Sharif gaben dem Bündnis dort ihre Unterschrift. Die Lage in der Region ist äußerst angespannt – die Rivalität zwischen den USA und dem Iran zieht unweigerlich auch Saudi-Arabien in den Strudel. Die sensible Lage an den maritimen Handelswegen wie der Straße von Hormus und dem Roten Meer ist höchst fragil. Riad und Islamabad hatten bereits im letzten Jahr eine ähnliche Vereinbarung unterzeichnet.
Seit amerikanisch-israelische Angriffe im Februar in Iran erfolgten, reagiert Teheran mit Gegenmaßnahmen gegen saudische und andere Golfstaaten; vor allem Verkehrswege werden blockiert. Auch im Jemen reißen die Kämpfe nicht ab: Huthi-Rebellen, unterstützt durch Iran, beharren weiter auf ihrem Einfluss im Norden. Die Huthi griffen wiederholt saudische Ziele an: Flughäfen, Ölanlagen und Schiffe waren im Visier, worauf Saudi-Arabien mit neuen Militärallianzen und gezielten Luftschlägen konterte.
Das pakistanische Außenamt formulierte es klar: Ein Angriff auf einen Partner wird als Kollektivangriff bewertet. Konkrete militärische Pflichten werden im 'Gemeinsamen Verteidigungsabkommen von Mekka' allerdings nicht ausführlich benannt – alles bleibt noch etwas vage. Aus Ankara tönt, es handle sich um ein rein defensives Bündnis. Die Besorgnis über die Lage zwischen Israel und Iran ist groß. Gleichzeitig wirkt die US-Präsenz im Nahen Osten immer weniger stabilisierend: Washingtons Einfluss schwindet, während neue Kräfteverhältnisse entstehen.
Auffällig: Saudi-Arabien bringt ökonomisches Gewicht und jede Menge Waffenkäufe ins Spiel; die Türkei steuert Hightech-Militärprodukte und ihre imposante Armee bei; Pakistan schließlich ist die einzige atomare Macht im Bunde. Ein explosives Dreieck – ob das Konstrukt Bestand hat, wird sich zeigen. So sicher scheint hier nur die Unsicherheit.
Das Verteidigungsbündnis zwischen Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan markiert einen neuen sicherheitspolitischen Kurs im Nahen Osten, der stark von den aktuellen Spannungen mit dem Iran und der kontinuierlichen Unsicherheit rund um die Handelsrouten im Roten Meer geprägt ist. Internationale Stimmen (u.a. bei der FAZ und der Süddeutschen) betonen die signalhafte Wirkung des Paktes: Er könnte das Machtgleichgewicht in der Region nachhaltig verändern und den Druck auf Akteure wie Iran oder Israel erhöhen. Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass eine derartig vage Abmachung politisch zwar Statements setze, praktisch aber Spielraum für sehr unterschiedliche Interpretationen lasse – genau das kann angesichts der vielen losen Allianzen in der Region Fluch oder Segen sein.
Neuere Entwicklungen zeigen außerdem, dass das Bündnis vor allem auf diplomatischer Ebene Impulse setzen soll; konkrete gemeinsame Manöver oder Einsätze wurden bisher nicht entschieden. Laut verschiedenen Nachrichtenportalen ist noch offen, wie stark sich die Zusammenarbeit militärisch verdichtet – bisher ist mehr Symbolik als Substanz festzustellen. Nicht zu unterschätzen ist jedoch die Tatsache, dass mit der Atommacht Pakistan ein potentielles Abschreckungselement ins Spiel kommt, was auch internationalen Akteuren wie den USA oder Russland Anlass zu Beobachtung gibt.