SPD verlangt mehr Schutz: Fokus auf queere Muslime nach Anschlag beim CSD in Berlin

Nach dem Angriff auf den Berliner Christopher Street Day fordert die SPD-Fraktion eine differenzierte Debatte über den Islam sowie gezielte Hilfen für queere Muslime. Sebastian Roloff, einer der queerpolitischen Sprecher, betonte: Auch sie waren Ziel der Attacke – und werden trotzdem häufig zwischen den Fronten zerrieben.

heute 11:42 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal möchte man gar nicht glauben, was alles nötig ist, um Menschen in ihrer Vielfalt zu schützen. Nach dem vermutlich islamistisch motivierten Angriff beim Berliner CSD nutzt Sebastian Roloff von der SPD die Gelegenheit für klare Worte: Queere Muslime, so sagt er, stünden nicht nur physisch inmitten der Menge, sondern oft auch metaphorisch – bedroht von Extremisten, dann anschließend zu schnell über einen Kamm geschoren. Das Kuriose daran: Plötzlich werden queere Menschen als Argument benutzt – von jenen, die sich sonst wenig um deren Rechte scheren oder regelmäßig gegen alles, was nach „Gender-Ideologie“ klingt, wetterten. Und doch: Die Aufmerksamkeit bei Gefahr gilt nicht allen gleichermaßen: Große CSDs können auf Polizei setzen, kleine Orte bleiben oft auf sich gestellt, Neonazis inklusive. Was für ein Frust! Ein Ereignis, das eigentlich Freude, Vielfalt und Sichtbarkeit feiern sollte, wurde Ziel einer Gewalttat. "Unsere Anteilnahme gilt besonders der getöteten Frau, ihren Nächsten und all jenen, die verletzt wurden", erklärt Roloff, fast beiläufig, denn Worte können kaum beschreiben, was solche Momente auslösen.

Im Mittelpunkt der aktuellen Debatte steht der Wunsch, queere Muslime gezielter zu unterstützen – sie geraten nach islamistisch motivierter Gewalt häufig doppelt ins Visier: Einerseits durch den Angriff selbst, andererseits indem sie pauschal zum Sündenbock gemacht werden. Sebastian Roloff (SPD) fordert mehr Differenzierung in der politischen Diskussion sowie konkret mehr Schutzmaßnahmen, besonders auch für kleinere CSDs abseits der Metropolen. Jüngste Meldungen zeigen, dass die Bundesregierung direkt nach den Vorfällen ein Krisentreffen ausgerufen und die Polizei die Sicherheitskonzepte für queere Veranstaltungen bundesweit überprüft hat; zudem sprechen sich mehrere Initiativen und Religionsvertreter öffentlich für mehr Solidarität und Aufklärung aus.

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