Spürbarer Anstieg: Immer mehr Mädchen landen wegen Essstörungen im Krankenhaus

Die Zahl krankenhausbehandelter Mädchen mit Essstörungen schnellt in Deutschland weiter nach oben – die Dynamik in der Altersgruppe der 10- bis 17-Jährigen ist besonders auffällig.

vor 30 Minuten | 1 mal gelesen

Wenn ich an meine eigene Jugend zurückdenke, war die Thematik Essstörungen längst kein dekoratives Randphänomen mehr, aber die aktuell veröffentlichten Zahlen überraschen dann doch: Im Jahr 2024 waren fast 6.000 Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren aufgrund von Essstörungen stationär in Behandlung. Vor zwanzig Jahren lag diese Zahl gerade einmal bei gut 2.800. Heißt: eine Verdopplung innerhalb von zwei Jahrzehnten – ein Satz, den man erst mal sacken lassen muss. Laut Statistischem Bundesamt betrug ihr Anteil an allen Betroffenen in dieser Altersgruppe inzwischen 48,1 Prozent, während es 2004 noch knapp ein Viertel war. Die Gesamtheit der Essstörungsbehandlungen stieg 2024 ebenfalls leicht auf rund 12.400 Fälle. Auffällig: Am häufigsten wurde eine Magersucht (Anorexie) diagnostiziert, gefolgt von Bulimie – bei Letzterer fragt man sich manchmal, warum sie gesellschaftlich immer noch weniger beachtet wird. Über alle Altersklassen hinweg bleibt eines jedoch konstant: Mädchen und Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Jungen und Männer. Ein Muster, das sich auch in der aktuellen Statistik spiegelt (über 92 Prozent der Behandelten waren weiblich) – was die Frage aufwirft, wie viele männliche Fälle unter dem Radar bleiben oder gar nicht erst diagnostiziert werden.

Essstörungen, allen voran Magersucht, nehmen bei jungen Mädchen in Deutschland weiterhin zu. Krankenhäuser verzeichnen 2024 eine Verdopplung der Behandlungsfälle bei 10- bis 17-jährigen Mädchen im Vergleich zu 2004, laut Destatis. Die Ursachen sind vielfältig; Experten machen gesellschaftlichen Druck, Schönheitsideale in sozialen Medien und den Einfluss der Pandemie auf psychische Belastungen verantwortlich. In aktuellen Pressestimmen wird diskutiert, dass digitale Plattformen riskantes Verhalten oft verstärken oder romantisieren, während Präventions- und Beratungsangebote ausgebaut werden müssten – auch, um die hohe Dunkelziffer insbesondere bei Jungen und jungen Männern sichtbarer zu machen.

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