Montagmorgen begann in Kolumbien alles ganz normal, dann – 7:34 Uhr, Ortszeit – bebte die Erde. Innerhalb von Sekunden verwandelte sich die Landschaft, besonders rund um Pereira, in ein Trümmerfeld. Wie in einem schlechten Film: Sirenen, Staub, Menschen in Panik. Die Stadt im Westen, bekannt eigentlich für ihre Kaffeeplantagen, steht jetzt für etwas völlig anderes. Mindestens 40 Tote allein dort, so berichten die Behörden. Überall eingestürzte Gebäude, manche wirken wie hingeworfen. Unter den Trümmern sind immer noch Menschen gefangen, hoffen, dass man sie hört. In der Umgebung, speziell im Valle del Cauca und der Millionenstadt Cali, ist das Bild ähnlich finster: Zusammenstürzende Häuser, 32 allein in Cali. Die Flughäfen der Gegend – von Buenaventura bis Armenia – machten erst mal dicht. Wohl kaum jemand hatte da noch Lust aufs Reisen.
Präsident de la Espriella hat den landesweiten Notstand ausgerufen. Er will „persönlich“ aufpassen, dass die Hilfe ankommt, so sagt er es zumindest. Die Koordination internationaler Unterstützung läuft an, das Land gibt sich solidarisch, doch die Erschütterungen sind noch nicht vorbei – im Inneren und im wörtlichen Sinne. Berichte über Nachbeben sorgen für zusätzliche Sorgen, der Boden unter den Füßen bleibt sprichwörtlich unsicher.
Das schwere Erdbeben hat zahlreiche Gemeinden in Kolumbien getroffen, wobei Infrastruktur, Wohnhäuser und auch Krankenhäuser erheblich beschädigt wurden. Besonders betroffen sind die Regionen rund um Pereira und Cali, wo Rettungskräfte unermüdlich nach Überlebenden suchen – angesichts der zerstörten Straßen und der Angst vor weiteren Nachbeben ist ihre Arbeit lebensgefährlich. Die kolumbianische Regierung bemüht sich um Auslandshilfe, während die Bevölkerung mit temporären Notunterkünften, Wasser- und Stromausfällen sowie der Sorge um vermisste Angehörige zu kämpfen hat. (Ergänzung aus aktuellen Recherchen:) Laut DW.com und anderen Medien haben die Behörden Evakuierungsmaßnahmen in besonders gefährdeten Gemeinden eingeleitet, es gibt auch Berichte über zerstörte Schulen, was die Situation für Kinder und Familien besonders prekär macht. Darüber hinaus wurde die Telekommunikation in manchen Regionen vorübergehend lahmgelegt, was die Koordination der Hilfseinsätze zusätzlich erschwert.