Eigentlich klingt Stillen so selbstverständlich – und doch klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine ordentliche Lücke. Noch immer erhalten weltweit viele Mütter nicht die nötige professionelle Beratung oder praktische Unterstützung. Dabei ist es – das zeigen unzählige Studien – ein echter Gesundheitsschub für Babys: Schutz vor Infektionen, stabiles Immunsystem, und nicht zuletzt eine bessere Entwicklung des Gehirns. Und Mütter? Auch sie profitieren, etwa durch ein verringertes Risiko für bestimmte Krebsarten oder Diabetes.
Doch die Realität sieht oft anders aus: Zwischen politischen Lippenbekenntnissen und echter Hilfe klaffen Gräben. Besonders in ärmeren Ländern oder Krisengebieten bricht die Unterstützung häufig weg – und auch in wohlhabenden Staaten sorgen ungenügende finanzielle Absicherung und fehlende Stillförderung am Arbeitsplatz für Probleme. Unicef und die WHO warnen in ihrer Erklärung, dass ambitionierte Stillziele so kaum erreichbar seien. Länder sollten mehr in kommunale Beratungsangebote, den Schutz vor aggressiver Werbung für Babynahrung und in gute Mutterschutzregeln investieren. Damit jedes Kind die Chance auf einen guten Start bekommt – und die Mütter nicht alleine dastehen.
Unicef und WHO betonen gemeinsam, wie zentral Stillen für die langfristige Gesundheit von Kindern und ihren Müttern ist – deutlich mehr, als oft angenommen wird. Laut neuen Untersuchungen sorgt Stillförderung in Gesundheitssystemen für weniger Krankheiten und langfristige Einsparungen, wird aber global weiterhin nicht ausreichend priorisiert. Gerade in ärmeren Weltregionen und dort, wo politische Führung schwächelt, bleiben zu viele Mütter auf sich allein gestellt – das lässt sich nur durch konsequente Investitionen, bessere Gesetze und eine Stärkung lokaler Beratungsdienste ändern.
Aktuelle Recherchen aus internationalen Medien bestätigen diese Notwendigkeit: Immer wieder berichten Fachleute, dass Monetarisierung und Werbung für künstliche Säuglingsnahrung echte Aufklärung verdrängen und praktische Stillunterstützung eher die Ausnahme bleibt. Gleichzeitig sieht man in einigen Ländern erste Fortschritte durch neue Elternzeitregelungen und bindende Stillstandards, diese Beispiele sind jedoch noch selten und nicht überall durchgesetzt.