Zahl der Hebammenschüler hat in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen, verfehlt aber weiterhin den bestehenden Bedarf an Fachkräften in der Geburtskunde.

Die Ausbildung zum Hebammenberuf erfolgt an Schulen des Gesundheitswesens und an Berufsfachschulen. Die Gesamtschülerzahlen für beide Schulformen nahmen seit dem Schuljahr 2008/09 um 44 Prozent zu und belaufen sich derzeit auf 2688 Schüler, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte. Der Zuspruch zu den zwei Schulformen gestaltet sich sehr unterschiedlich. Über 90 Prozent der Hebammenschüler besuchen eine Schule des Gesundheitswesens, während die Berufsfachschulen mit knapp 10 Prozent eine untergeordnete Rolle spielen. Der Hebammenberuf bleibt eine weibliche Domäne. Zum Schuljahr 2018/19 befanden sich nur drei Männer in der Berufsausbildung zum „Entbindungspfleger“, wie die korrekte männliche Berufsbezeichnung lautet. Alle männlichen Anwärter besuchten eine Schule des Gesundheitswesens und bestätigten so den Trend, der bei den weiblichen Hebammenschülerinnen festzustellen war. Das Modell einer schulischen Ausbildung läuft mit dem Jahrgang 2018/19 aus und wurde durch ein Studium zum Bachelor abgelöst, das seit dem Januar 2020 verbindlich ist. Prüfungsmöglichkeiten nach dem alten Schulmodell sind noch bis zum Jahr 2022 möglich. Die deutliche Aufwärtsentwicklung bei den Schülerzahlen steht allerdings einem erheblichen Mangel an qualifizierten Fachkräften in der Geburtskunde gegenüber. Zum Ausgleich des Fachkräftemangels setzt die Bundesregierung vermehrt auf die Anwerbung von ausländischem Fachpersonal. Wurden im Jahr 2013 noch insgesamt 84 ausländische Fachkräfte anerkannt, stieg diese Zahl bis zum Jahr 2018 auf 274 Anerkennungsverfahren. Lediglich in zwei Prozent der Verfahren wurden die internationalen Qualifikationen abgelehnt. Im Jahr 2013 hatte die Ablehnungsquote noch 7 Prozent betragen. Im März 2020 hat die Bundesregierung mit der Verabschiedung des Fachkräfteeinwanderungsgesetztes auch im Bereich der Geburtskunde die Weichen für eine unkomplizierte Anerkennung ausländischer Fachabschlüsse gestellt. Daher ist in den nächsten Jahren mit einem deutlichen Ansteigen der Anerkennungsverfahren bei Hebammen zu rechnen.

Redaktion poppress.de, NeoMatrix