BMW reagiert auf AKW-Krise: Werk in Ungarn reduziert Stromverbrauch deutlich

Wegen abgeschalteter Atomkraftwerke durch Niedrigwasser in Ungarn und Rumänien geraten Autohersteller wie BMW, Ford und Dacia unter Druck – jedoch mit verschiedenen Strategien.

heute 18:50 Uhr | 4 mal gelesen

Im Gegensatz zu Ford und Dacia, die ihre Bänder in Rumänien stillgelegt haben, bäumt sich BMW gegen Produktionsstopps auf. "Wir haben in kürzester Zeit ein Bündel an Maßnahmen geschnürt, um den Energieverbrauch kurzfristig zu senken", erläuterte der BMW-Sprecher gegenüber der 'Welt'. Konkret hat das Werk in Debrecen binnen weniger Tage rund 15 Prozent eingespart – vor allem dank angepasster Betriebszeiten, abgeschalteter Beleuchtung, reduzierter Klimatisierung und flexibler Nutzung der Ladeinfrastruktur. Die riesigen Fotovoltaikflächen – ganze 50 Hektar verteilen sich über Dächer und Felder – helfen enorm: An hellen Tagen ist das Werk in der Lage, fast autark auf Solarenergie zu setzen. Im Zweischichtbetrieb wird allerdings nachts zugekaufter Strom unerlässlich. Auch Mercedes sieht Ungarn als strategischen Schlüsselstandort. Das Werk in Kecskemet läuft aktuell störungsfrei, wobei man nach eigenen Angaben "die Lage ununterbrochen evaluiert". Hintergrund dieser Entwicklungen sind laut Forschern tiefgreifende Veränderungen im Klima: Dürren, Wassermangel und einmalige Niederschlagsereignisse nehmen zu, nicht zuletzt, weil fossile Brennstoffe weiterhin verbrannt werden. Das Ganze ist wie ein seltsamer Tanz zwischen Wetter, Wirtschaft und vielleicht auch Unvernunft – denn solange der CO₂-Ausstoß nicht sinkt, rollt die Krise vermutlich weiter.

BMW trotzt der Energiekrise mit improvisierter Effizienz und neuen Abläufen im Werk Debrecen, während andere Autohersteller eher auf Produktionseinstellungen reagieren. Die Klimakrise bringt mit Dürren und Niedrigwasser die fragilen Abhängigkeiten von Industrie, Stromversorgung und Ressourcenverbrauch immer deutlicher zum Vorschein. Zuletzt berichten einige Medien, dass gerade die Energieversorgung in Ungarn und Rumänien in den letzten Tagen stark unter Druck geraten ist – Solar- und Windkraft werden immer wichtiger, dies zeigt etwa auch die aktuelle Debatte um nachhaltige Industrieprozesse. Medienberichte der letzten beiden Tage betonen zudem, wie stark Unternehmen auf Netzstabilität angewiesen sind und welche geopolitische Dimension Energiefragen bekommen haben.

Schlagwort aus diesem Artikel