Adams nimmt Merz' Standing unter die Lupe
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Bryan Adams – seines Zeichens Rocklegende – in der deutschen Politik mitmischt? Im Interview mit dem „Stern“ findet er freimütige Worte über Friedrich Merz und hält fest: Beliebt geht anders. Garniert mit dem dezenten, fast väterlich anmutenden Tipp, zu wissen, wann man gehen sollte.Kritik am politischen Zeitgeist
Das klingt beinahe schon nach einem Songtext: „Wer merkt, dass er nicht mehr gebraucht wird, sollte Platz machen“, so Adams. Das klingt praktischer als so mancher Regierungssitz, der sich wie Kaugummi zieht. Nachsatz von Adams: Niemand sollte glauben, unersetzlich zu sein.Trumps '51st State'-Ansinnen im Visier
Kurzer Themenwechsel. Adams nimmt auch Donald Trump ins Visier, dessen Idee, Kanada zum Bundesstaat der USA zu machen, geradezu grotesk anmutet. In solchen Momenten fragt man sich, ob Populismus einfach keine Pause kennt.Protestsong und klare Botschaften
Auf seinem neuen Album landet Adams einen kleinen Seitenhieb gegen Trump: Ein Song namens „51st State“ macht unmissverständlich klar – Kanada hat wenig Lust auf einen US-Pass. Die Kanadier, so Adams, sind mit ihrer Realität ziemlich zufrieden.Brücken zur EU statt US-Dominanz
Für Adams liegt Kanadas Zukunft, mit Blick auf politische Partnerschaften, eher auf der anderen Seite des Atlantiks. Er meint, eine engere Bindung an die EU könnte für beide Seiten frischen Wind bringen. Besonders hebt er hervor, wie viel Kanada und Europa voneinander lernen könnten – gerade in Zeiten, in denen sich viele Bürger von der Politik entfremden.Entfremdung zwischen Politik und Menschen
Adams legt den Finger auf die Wunde: Nicht nur in Deutschland, auch in Frankreich oder Großbritannien scheint die Distanz zwischen Wählenden und Gewählten zu wachsen. Diese Kluft zu überbrücken, empfindet er als Daueraufgabe für jede Regierung. Seine Kritik bleibt dabei eher impulsgebend als institutionell – aber vielleicht wirkt gerade das so anregend.
Musiker als politischer Mahner
Adams ist natürlich kein Politiker – aber seine Sicht ist nicht aus dem luftleeren Raum gegriffen. Seine bemerkenswert offene Ansage in Richtung Merz steht exemplarisch für eine wachsende Unzufriedenheit mit politischen Führungsfiguren – in Deutschland, aber ebenso anderswo.
Trump und Kanadas Identität
Die von Trump ins Spiel gebrachten Annexionsgedanken sind für viele Kanadier reine Provokation und für Adams sogar Songstoff. Kanadas Selbstverständnis fußt auf Abgrenzung zur US-Politik und dem Streben nach unabhängigen internationalen Beziehungen.
Kanada und das transatlantische Verhältnis
Während etwa der Ceta-Vertrag (Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada) zwar immer mal wieder in der Kritik steht – unter anderem bei deutschen Umweltverbänden – schwingt bei Adams Optimismus mit: Statt steter US-Nähe lieber Brücken nach Europa bauen. Übrigens, nach meiner aktuellen Internet-Recherche: Die politische Debatte um Kanadas Rolle zwischen USA und EU läuft weiter. Gerade in den letzten Tagen ist die EU-Außenpolitik in Kanada wieder Thema – zum Beispiel wegen neuer Wirtschaftsabkommen, aber auch der Diskussion um die Rolle Kanadas im Ukraine-Konflikt.